08. März 2026
Die österreichische Journalistin Olga Misař war Teil der historischen Frauenbewegung und engagierte Kriegsdienstgegnerin. Die Historikerin Brigitte Rath erklärt, warum Frauen wie Misař in Zeiten globaler Aufrüstung wieder relevant werden.

Olga Misař zusammen mit anderen Delegierten beim III. IInternationalen Kongress der WILPF in Wien, 1921.
Die Gegenwart ist von mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Im Nahen Osten ist ein regionaler Krieg ausgebrochen, während der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert andauert. Gleichzeitig werden angebliche Friedensbemühungen vor allem von jenen Staaten angeführt, die selbst in militärische Konflikte verwickelt sind – etwa von den USA, die anderswo einen Angriffskrieg führen. Parallel dazu ist ein neues Wettrüsten zu beobachten, auch in Europa werden die Rüstungsausgaben deutlich erhöht.
Vor 111 Jahren, mitten im Ersten Weltkrieg, befand sich Europa in einer noch viel dramatischeren Situation. Doch damals geschah etwas Bemerkenswertes: 1.200 feministische Friedensaktivistinnen aus kriegsführenden und neutralen Staaten reisten unter widrigsten Umständen nach Den Haag, um dort an einer Friedenskonferenz teilzunehmen. Eine Teilnehmerin war die Österreicherin Olga Misař. Die 1876 in Wien geborene Journalistin und Schriftstellerin engagierte sich nicht nur in der Frauenbewegung, sondern auch als gewaltlose Anarchistin und Kriegsdienstgegnerin.
Die Historikerin Brigitte Rath hat ein Buch über sie geschrieben. Im Gespräch mit Jacobin erklärt sie, welche Bedeutung Misařs Einsatz bis heute hat.
Soweit ich weiß, war der Internationale Frauenkongress 1915 die größte zivilgesellschaftliche Friedensinitiative während des 1. Weltkrieges. Wie kam es dazu, dass sich die Frauen dort trafen, und was haben sie getan?
Viele Frauenorganisationen [die zu dem Zeitpunkt in ganz Europa und auch Amerika weitreichend aktiv waren, vor allem rund um das Frauenwahlrecht, aber auch zahlreiche soziale Reformen] gaben zu Beginn des Krieges ihre internationale Gesinnung oder Orientierung auf und setzten sich an der sogenannten Heimatfront ein, um ihre nationalen Pflichten zu erfüllen. Heimatfront ist ein stark gegenderter Begriff, der die Front den kämpfenden Soldaten und die Heimatfront den »Helfenden« zuschrieb und -schreibt.
Eine kleine Gruppe der sogenannten radikalen bürgerlichen Frauenbewegung führte die internationale Orientierung fort und organisierte den Friedenskongress in Den Haag. Diese Stadt war ja seit den Friedenstagungen des 19. Jahrhunderts, besonders seit der von Zar Nikolaus II. 1899 einberufenen, bekannt.
Den anreisenden TeilnehmerInnen machten ihre jeweiligen Regierungen die Anreise schwer. Das verwundert nicht, denn im Krieg ist Friedensaktivismus der größte Feind. Das ist wohl eine Konstante der Geschichte, wir spüren das ja auch in der jetzigen Situation. Denn der militärische Diskurs muss erst Stimmung für den Krieg erzeugen – eine Erkenntnis, die Karl Kraus in seinem Stück Die letzten Tage der Menschheit brillant sichtbar machen konnte.
»Es wurde in der Geschichtswissenschaft generell mehr über den Krieg geforscht als über den Frieden. Krieg verkauft sich auch besser auf Buchtiteln als Friede.«
Dennoch konnten über 1.200 Frauen und einige Männer am Kongress teilnehmen und forderten sofortige Friedensverhandlungen, Abrüstung, die Abschaffung von Zöllen und die Freiheit der Meere und wiederholten ihre bisherige Forderung nach dem Frauenwahlrecht. Sie thematisierten Vergewaltigungen als Mittel der Kriegsführung, ein bis dahin tabuisiertes Thema, und machten somit die Verknüpfung von Krieg und sexueller Gewalt sichtbar. Auch das ist eine nach wie vor praktizierte Vorgangsweise.
Nach der Konferenz besuchten Frauendelegationen viele der am Krieg beteiligten Regierungen und informierten diese über ihre Forderungen. Trotz freundlichen Empfangs gingen die Kriegshandlungen unbeirrt weiter und führten zu den bekannten Ergebnissen mit geschätzten 15 bis 22 Millionen Toten. Dennoch: Frauen hatten mit dieser Zusammenkunft die Grenzen der traditionellen Frauenpolitik überschritten und sich die Macht genommen, in der sogenannten allgemeinen Politik einzugreifen und deren Verzahnung mit ihren privaten Leben zum Ausgangspunkt gemacht.
Eine langfristige Entwicklung war die Weiterführung der internationalen Frauenfriedensarbeit, aus dem Komitee für dauerhaften Frieden wurde beim II. Internationalen Kongress in Zürich 1919 die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF), oder Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF), somit die älteste heute noch existierende internationale Frauenfriedensorganisation.
Damit kommen wir zu Olga Misař, über die du ein Buch geschrieben hast, das vor einigen Monaten herausgekommen ist. Sie war 1915 als österreichische Delegierte in Den Haag. Wie passt ihre Biografie in die Geschichte der frühen Frauenbewegung, der Friedensbewegung der Zeit, aber auch in die österreichische Geschichte?
Die Grazer Germanistin Beatrix Kampl-Müller verwies mich anlässlich ihrer Publikation »Krieg ist der Mord auf Kommando«. Bürgerliche und anarchistische Friedenskonzepte, Bertha von Suttner und Pierre Ramus auf Olga Misařs Schriften. Meine ersten Recherchen haben dann das breite Themenspektrum der 1876 in Wien in die jüdische Textilhändlerfamilie Popper geborenen Journalistin, Schriftstellerin, Aktivistin der Frauen- und Friedensbewegung sowie gewaltlosen Anarchistin und Kriegsdienstgegnerin gezeigt.
In einer von ihr mitgetragenen Arbeiterinnengruppe der IFFF versuchte sie die Grenzen der bürgerlichen Zusammensetzung dieser Organisation zu erweitern. Beim III. Internationalen Kongress der IFFF 1921 in Wien formulierte sie das »Gelöbnis keinen Waffendienst zu leisten«, also den Krieg in jeder Form zu bestreiken. Damit nahm sie die Devise der 1980er Jahre »Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin« vorweg. In der Folgezeit dehnte sie ihr Engagement auf den Bund der Kriegsdienstgegner aus und war in dessen internationalen Dachverband, den War Resisters International (WRI) vertreten. Dieses Engagement auf internationaler Ebene gab sie erst 1937, als die Gewalt im spanischen Bürgerkrieg evident war, auf.
»Friedensaktivismus kann eigentlich nur in Friedenszeiten Erfolg haben, sodass es erst gar nicht zum Krieg kommt.«
Auch Ländergrenzen überschritt Olga Misař häufig. Sie reiste im Auftrag der österreichischen IFFF-Gruppe zu dem im Juli 1922 stattfindenden »22. Universal Peace Congress« in London. Im Anschluss wurde eine große Demonstration der »No-More-War« Bewegung im Hyde Park organisiert. Sechs große Umzüge trafen dort zusammen, und es wurde von zwölf Bühnen gesprochen.
Olga Misař war eine der SprecherInnen – die Einzige aus Österreich, die transnationale gemeinsame geschlechtsspezifische Erfahrungen im Krieg betonte. »Ich habe ihnen erzählt, daß wir gelitten haben wie sie, daß wir geknechtet und betrogen wurden wie sie; ich habe ihnen vorgehalten, daß das Volk vom Sieg nichts hat, daß sie heute, wie es ihre eigenen Redner bestätigten schlechter daran seien als vor dem Krieg und unter der Arbeitslosigkeit schwere Not zu erdulden hätten. Ich erzählte, wie die Frauen auf der ganzen Welt dasselbe Leid empfinden, wenn sie einen Gatten oder Sohn im Krieg verlieren, und wie sie deshalb vor allem berufen seien, für den Frieden zu arbeiten. Und schließlich teilte ich den Engländern mit, daß in meiner Heimat tausende von Männern und Frauen entschlossen seien, ihr ganzes Leben dem Kampf um den Frieden zu widmen, daß sie nie wieder kämpfen oder den Krieg unterstützen würden und daß diese Sicherheit sie in ihrem Entschluß bestärken möge, auch auf englischer Seite in derselben Weise mit ganzem Herzen zu arbeiten.«
Darüber berichtete sie begeistert in der anarchistischen Zeitschrift Erkenntnis und Befreiung. Die englischen »No-more-war« Demonstrationen erregten durch ihre Inszenierungen mit Gruppen weiß gekleideter Mädchen und Frauen sowie einer Vielzahl von bestickten Fahnen große Aufmerksamkeit, und zeigten generell die Repräsentation von Frauenorganisationen in diesen Versammlungen.
Was hat dich an Olga Misař fasziniert?
Den umfassenden Aktivismus von Olga Misař, die unbeirrt von Konflikten und Brüchen in den Organisationen, in denen sie tätig war, ihre Arbeit fortsetzte, fand ich erstaunlich. Erstaunlich war auch, dass sich ihre zahlreichen schriftlichen Spuren kaum in der geschichtswissenschaftlichen Forschung aufspüren ließen. Diese Leerstelle machte mich neugierig.
Olga Misař hat in unterschiedlichen Bereichen Grenzen überschritten. Gemeinsam mit der 1920 in der damaligen Pandemie verstorbenen Frauenrechtsaktivistin Leopoldine Kulka und anderen Wienerinnen fuhr sie zum Kongress in Den Haag und war später in vielfältigen Funktionen in der IFFF – mit Unterbrechungen – bis zu ihrem Tod 1950 im englischen Exil in Enfield bei London, tätig.
»Einen wichtigen Impuls erfuhr die Friedensbewegung durch Bertha von Suttner, deren Bestseller Die Waffen nieder diesem Thema weite Verbreitung sicherte.«
1919 veröffentlichte sie die sexualethische Schrift Neuen Liebesidealen entgegen, in der sie das heterosexuelle Zusammenleben außerhalb ehelicher Beziehungen skizzierte und dabei männliche Zuständigkeiten – auf der Gefühlsebene – jenseits traditioneller hegemonialer Männerbilder thematisierte. Sie forderte beispielsweise die Verantwortung der Männer für Kindererziehung. Die ungleich verteilte Care-Arbeit ist heute immer noch stark thematisiert in den Geschlechterbeziehungen.
Ich wollte eine kritische Biografie schreiben, keine Hagiografie. Es gibt auch Ambivalenzen in ihrem Lebenslauf, die mich bedenklich gestimmt haben, beispielsweise ihre Argumentation zur Eugenik. Ich wollte sie als ambivalenten Menschen, der viel bewegt hat oder viel in Angriff genommen hat, porträtieren.
Wie kam es dazu, dass die Friedensbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts so von Frauen geprägt war, und zwar weltweit? Frauen konnten in den allermeisten Ländern 1915 noch nicht wählen und waren auch sonst in ihren Bürgerrechten und ihrer rechtlichen und sozialen Stellung enorm eingeschränkt.
Einen wichtigen Impuls erfuhr die Friedensbewegung durch Bertha von Suttner, deren Bestseller Die Waffen nieder diesem Thema weite Verbreitung sicherte. Sie hatte das notwendige kulturelle und soziale Kapital, um sich an den Vorbereitungen zur Friedenstagung in Den Haag, die Zar Nikolaus II. 1899 einberufen hatte, zu beteiligen.
Die Zuerkennung des Friedensnobelpreises 1905 an Suttner verstärkte ihre Reputation, obwohl sie gleichzeitig als Friedens-Bertha denunziert und lächerlich gemacht wurde, wie die Historikerin Laurie Cohen in ihrer 2005 publizierten Untersuchung »Gerade weil Sie eine Frau sind...« feststellte.
Zwischen Suttner und der Frauenbewegung gab es enge Zusammenarbeit und Verknüpfungen. Nach Suttners Tod [1914, wenige Wochen vor dem offiziellen Beginn des 1. Weltkriegs] führten die WILPF/IFFF Frauen ihre Arbeit weiter. Es war ihnen wohl bewusst, dass sie auf den Schultern einer Riesin standen. Suttner hatte bereits Abrüstung und internationale Schiedsgerichte gefordert.
Warum, denkst du, wissen wir so wenig über diese unglaublich beeindruckenden Aktivistinnen?
Es wurde in der Geschichtswissenschaft generell mehr über den Krieg geforscht als über den Frieden. Krieg verkauft sich auch besser auf Buchtiteln als Friede. So wie die Abbildung der Hölle, wie etwa auf einem mittelalterlichen Gemälde, »interessanter« ist als die Abbildung des Himmels. Innerhalb der Friedensbewegung und vor allem der Frauenfriedensbewegung gibt es da natürlich viel mehr Interesse an Vordenkerinnen wie Misař.
»Olga Misař erwarte sich viel von der Durchsetzung des Frauenwahlrechts, war jedoch bald enttäuscht, als sie merkte, dass diese politische Repräsentation allein nicht viel bewegen konnte.«
Im letzten Jahrzehnt wurde die sogenannte »feministische Außenpolitik« populär, zunächst von Schweden 2014 ausgerufen, dann von anderen europäischen Staaten, unter anderen auch in Deutschland, von Annalena Baerbock. In weiten Teilen der feministischen Friedensbewegung herrscht dazu aber Skepsis, auch Ablehnung. Kein Wunder, weil gleichzeitig wurde von diesen Staaten, gelinde gesagt, keine Friedenspolitik betrieben. Inwiefern unterscheidet sich diese »feministische Außenpolitik« von den Ideen von Olga Misař und ihren Mitdenkerinnen?
Olga Misař erwarte sich viel von der Durchsetzung des Frauenwahlrechts, war jedoch bald enttäuscht, als sie merkte, dass diese politische Repräsentation allein nicht viel bewegen konnte. Die intensive Arbeit der sozialistischen Frauen im Parlament erkannte sie an, forderte aber stärkeres friedenspolitisches Engagement ein.
Dass mit dem Stichwort feministische Friedenspolitik weitere Waffenlieferungen in die Ukraine argumentiert und gerechtfertigt wurden, erscheint mir als totale Umkehr dieser Forderungen.
Weil ich mich als feministische und anti-militaristische Aktivistin oute, fragen mich Leute oft (und oft recht hämisch), wie denn ein feministischer Zugang den Krieg Russlands gegen die Ukraine oder den Krieg Israels und Amerikas gegen den Iran beenden würde. Ich sage dann, dass die feministische Friedenstheorie kein Wundermittel ist, welches wir im letzten Moment, wenn der Krieg schon tobt und die Rüstung auf Hochtouren läuft, punktuell anwenden können und dann löst sich alles in Wohlgefallen auf und wir gehen wieder zum Status quo ante zurück.
Feministische Friedenstheorie (und -praxis) erfordert eine fundamentale, radikale Umbildung der Weltordnung. Zum Beispiel müssten wir Militarismus ganz prinzipiell infrage stellen und abschaffen. Wie siehst du das, als Aktivistin? Und wie hätte es Olga Misař gesehen? Was schreibt sie dazu? Wie engagierte sie sich aktivistisch?
Das ist eine schwierige Frage. Olga Misař ging davon aus, dass Kriege von Staaten, aber nicht von den betroffenen Menschen selbst ausgingen. In dieser Situation fordert der Staat das höchste, was die Person zu geben hat: das Leben. Dieses Leben für den Staat zu geben, hielt sie für einen zu hohen Preis. Das sehe ich auch so. Dennoch: im Nationalsozialismus hielten viele IFFF Aktivistinnen die Freiheit für wichtiger als den Frieden. Letztlich konnte Hitler und sein Regime nur mit Waffengewalt ausgeschaltet werden.
Misař war dafür, den Völkerbund zu stärken, entsprechend vertritt WILPF eine Unterstützung und Stärkung der Vereinten Nationen heute. WILPF hat von Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine Friedensverhandlungen gefordert und sich auch an einer Friedenstagung in Wien im Frühsommer 2022 beteiligt. Ein weiterer Punkt betrifft die Verschränkung von Krieg als Verstärkung der Klima- und Umweltkrise, ein Zusammenhang, auf den vor allem norwegische WILPF Gruppen verweisen.
»Es gibt einen Tag nach dem Krieg. Je früher dieser beendet wird, umso weniger Leid, Tod, Zerstörung wird angerichtet, die ja noch weiter nachwirken.«
Dennoch, ich persönlich nehme mir nicht heraus, ukrainischen Frauen zu sagen, wie sie sich verhalten sollen. Das würde mir zu paternalistisch erscheinen.
Es gibt einen Tag nach dem Krieg. Je früher dieser beendet wird, umso weniger Leid, Tod, Zerstörung wird angerichtet, die ja noch weiter nachwirken. Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass im Gegensatz dazu Profite aus jedem Krieg gezogen werden. Diejenigen, die profitieren, sind jedoch ganz andere als diejenigen, die von den Zerstörungen betroffen sind.
Dass die momentane Aufrüstungsdiskussion in eine Periode ökonomischer Krise fällt, ist kein Zufall. Die historische Parallele ist augenfällig: Die Rüstungsproduktion in der Zwischenkriegszeit führte zum deutschen wirtschaftlichen Aufschwung der 1930er.
Friedensaktivismus kann eigentlich nur in Friedenszeiten Erfolg haben, sodass es erst gar nicht zum Krieg kommt.
Was können Feministinnen und FriedensaktivistInnen von Misařs Werk und Leben lernen?
Dass wir den Diskurs für Frieden in unseren eigenen Umfeldern aufrechterhalten, und diesem Militarismus, der uns überall zu umgeben scheint, etwas anderes entgegensetzen müssen. Auf die vernichtende Kraft des Krieges hinweisen. Auch den Aktivistinnen in der Zwischenkriegszeit war klar, dass sie die Ungerechtigkeiten in dieser Welt nicht beseitigen werden können. Sie haben versucht, dagegen anzukämpfen, aber wir wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist. Ob wir aus der Geschichte lernen können? Ich bin da eher ein bisschen skeptisch. Aber es ist ganz gut, wenn wir Bescheid wissen, wo wir herkommen, um zu wissen, wo wir hingehen können, und wo sich die Sackgassen befinden, damit wir in diese nicht hineintappen.
Eine weitere Lehre ist, dass feministische Friedensorganisationen so sind wie die Gesellschaft um sie herum: Es gibt Brüche und Konflikte, und wir müssen lernen, mit diesen umzugehen und uns Freundschaftsnetzwerke nicht kaputtmachen zu lassen.
Dr.in Brigitte Rath ist Historikerin, Lehrbeauftragte in Wien, Graz und Innsbruck, und hat zahlreiche Studien zur Frauen- und Geschlechtergeschichte und Sozial- und Kulturgeschichte verfasst. Ihr Buch Frei denken, frei leben über Leben und Werk der österreichischen Aktivistin Olga Misař ist 2025 im Mandelbaum Verlag erschienen. Seit 2021 ist sie in WILPF Österreich aktiv.