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Das Online-Magazin von JACOBIN Deutschland

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul neben seiner österreichischen Amtskollegin Beate Meinl-Reisinger.

Deutschlands UN-Niederlage ist verdient, Österreichs Erfolg aber nicht

Von Magdalena Berger

Deutschland scheitert bei der Wahl zum UN-Sicherheitsrat und erhält die Quittung für seine Doppelstandards. Doch die Genugtuung hat ihre Grenzen – denn Österreich, das den Sitz errang, verfolgt eine ähnliche Außenpolitik. Nur ohne Macht, sie durchzusetzen.

Saqqez, Kurdistan, 2024: Bei einer Newrozfeier wird Jina Amini gedacht, jener jungen Kurdin, deren Tod 2022 die landesweiten Proteste unter dem Slogan »Jin Jiyan Azadî« auslöste.

Der Iran braucht einen Inter­nationalismus von unten

Der Irankrieg ist kein Befreiungsprojekt. Aber die »Achse des Widerstands« auch nicht. Nicht der Islamischen Republik, sondern den progressiven Bewegungen im Land muss die Solidarität der Linken gelten.

Von Simin Jawabreh
Friedrich Merz und Bärbel Bas plaudern vor einer Fraktionssitzung der SPD im Bundestag.

Nein, diese Reformen sind keine No-Brainer

Die angeblich notwendigen Reformen werden als technische Lösungen verkauft, die dem ganzen Land helfen sollen. Doch es sind vor allem politische Verteilungsfragen: Der Arbeiter hat nichts von einem Wachstum, für das er mit Lohn und Rechten zahlen muss.

Von Justus Seuferle
Der gerichtlich abgesetzte CHP-Vorsitzende Özgür Özel spricht zu seinen Anhängern, Aufnahme vom 26. Mai 2026.

Die türkische Opposition muss mehr wollen als würdevoll zu verlieren

In der Türkei steht die führende Oppositionspartei CHP unter Druck. Doch ihre Probleme sind auch hausgemacht: Anstatt eine Klassenbasis zu organisieren, klammert sie sich an eine elitäre politische Kultur, die ihr ständig Niederlagen einbringt.

Von Oğul Tuna
Lea Ypi plädiert für einen linken Kosmopolitismus, der sich vom liberalen abhebt.

»Was der Linken fehlt, ist ein alternativer Kosmopolitismus«

Das aktuelle Chaos in der Welt lässt sich nicht verstehen ohne den Aufstieg einer global vernetzten Rechten, findet Lea Ypi. Im Interview spricht sie darüber, was die Linke tun muss, um ebenfalls wieder zu einer internationalen Kraft zu werden.

Interview mit Lea Ypi
Wenn es um die Betreuung von Kindern geht, werden Eltern und Erzieher oft gegeneinander ausgespielt. Dabei wollen beide dasselbe: dass Kinder gut aufwachsen – ohne dass es jemanden zermürbt.

Wer kümmert sich um die Kinder?

Wenn Kinderbetreuung als private statt als gesellschaftliche Aufgabe behandelt wird, sind Krisen vorprogrammiert: Während Eltern und Erziehern immer mehr Arbeit abverlangt wird, brechen ihnen zugleich die institutionellen Stützen weg.

Von Evelina Johansson Wilén
In der Frage des Gehalsdeckels ist man sich in der Führungsriege der Linkspartei uneinig.

Was die Gehaltsdeckel-Debatte vergisst

Beim Gehaltsdeckel geht es nicht darum, wie viel Einkommen man linken Abgeordneten gerade noch gönnt. Die Idee ist, als sozialistische Partei einen Teil dieses Geldes gemeinwohlorientiert zu verwenden anstatt zu privatisieren.

Von Fabian Nehring

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Arbeit & Wirtschaft

Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi spricht auf dem Bundeskongress 2026.

Die FAZ hat Angst vor Gewerkschaften, die Gewerkschafts­dinge tun

Der DGB will den Stellen- und Sozialabbau nicht einfach hinnehmen und die FAZ nennt das »Radikalisierung«. Sie hat offenbar keine Ahnung, wie viel mehr die Gewerkschaften historisch gefordert haben.

Von Thomas Zimmermann
Elon Musk steigt aus einem Tesla bei der Eröffnung der Gigafactory in Grünheide am 22. März 2022.

Musk ist der Ford unserer Zeit

Elon Musk mag auf rechtsextremen Abwegen unterwegs sein. Aber das war der Antisemit Henry Ford auch. Und so wie der Fordismus nichtsdestotrotz Epoche gemacht hat, muss man auch die Innovationen des Teslismus ernst nehmen.

Von Timo Daum
Hans-Jürgen Urban bei einer Kundgebung.

Was die Politik von den Gewerkschaften lernen kann

Löhne, Kosten, Klima, KI – im Interview erklärt der IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban, welche völlig andere politische Kultur es in Staat und Wirtschaft bräuchte, um mit den sich häufenden Krisen fertig zu werden.

Interview mit Hans-Jürgen Urban

Politik & Internationales

Friedrich Merz beim DGB-Bundeskongress am 12. Mai 2026.

Warum Gewerkschafter den Kanzler ausbuhen dürfen

Niemand sollte erwarten, dass die Gewerkschaften Friedrich Merz zujubeln, wenn er Angriffe auf ihre Errungenschaften als wirtschaftliche Vernunft verkauft. Man muss den Kakao, durch den man gezogen wird, schließlich nicht auch noch trinken.

Von Ulrike Eifler
Die iranische Bevölkerung ist die größte Verliererin dieses Kriegs.

Der Krieg hat Irans Öl-Elite weiter ermächtigt

Die Islamische Republik hat eine staatsnahe Oligarchie an öffentlichen Gütern bereichert und der Mehrheit Austerität verordnet. Durch den Irankrieg steht jener Teil der Elite, der sein Geld mit Öl verdient, auch innenpolitisch nur noch stärker da.

Von Hamidreza Ahmadi
Darauf zu verweisen, wie lang und vielfältig die Geschichte zionismuskritischer Positionen innerhalb der jüdischen Linken ist, reicht nicht aus.

Zionismus kann nicht links sein

Der Zionismus ist nicht deshalb unvereinbar mit linken Werten, weil etwa Rosa Luxemburg Antizionistin war. Er ist es, weil er in seiner Logik auf der antisemitischen Tradition des europäischen Nationalismus aufbaut.

Von Tomer Dotan-Dreyfus
»Korrespondenten töten uns mit passiver Sprache. Wenn wir Glück haben, sagen Diplomaten, dass unser Tod sie betroffen macht, aber sie erwähnen niemals den Schuldigen, ganz zu schweigen davon, ihn zu verurteilen.«

Scharfschützen haben saubere Hände

Von Mohammed El-Kurd

Geschichte & Ideengeschichte

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Aufnahme vom 10. Juni 2025.

Wenn Geschichte zur Waffe wird

Politische Akteure, die aus tausendjähriger Geschichte Feindbilder für die Gegenwart ableiten, kommen ohne Rosinenpickerei nicht aus. Denn kein Land ist so lange immer nur Täter oder immer nur Opfer – auch nicht Russland oder die baltischen Staaten.

Von Peter Wahl und Detlef Bimboes
Im Rahmen einer Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt schwamm im Herbst 2025 eine Luftkissen-Freiheitsstatue in einem Teich im Berliner Tiergarten.

Sind Postliberale einfach verunsicherte Liberale?

Der Postliberalismus ist im deutschen Mainstream angekommen. An der politischen Orientierungslosigkeit wird das aber nichts ändern. Denn selbst postliberale Vordenker wissen noch nicht so recht, was nach dem Liberalismus kommen soll.

Von Jonas Junack
Reges Treiben um die Gläserne Blume im Foyer des Palastes bei einem Konzert von »Rock für den Frieden«, 1982.

Der Palast der Republik war ein Stück öffentlicher Luxus

Heute vor 50 Jahren wurde der Palast der Republik eröffnet. Der Chronist Rudolf Denner erzählt im Interview, wie er jenseits vom »Lampenladen«-Klischee von den Menschen wahrgenommen wurde und warum die BRD ihn wirklich abreißen ließ.

Interview mit Rudolf Denner

Kultur & Gesellschaft

Immer mehr Erwachsene verschulden sich sogar für ihre Trips nach Disney World.

»Disney Adults« sind ein lukratives Geschäftsmodell

Von Labubu über KPop Demon Hunters bis hin zu niedlichen Handy-Games: Einst an Kinder gerichtete Angebote erreichen immer mehr Erwachsene. Besonders Disney hat eine Maschinerie aufgebaut, die Nostalgie systematisch in Profit verwandelt.

Von Ryan Zickgraf
Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig wünscht sich ein »Fest des Miteinanders« – ohne pro-palästinensichen Protest.

Der ESC ist eine politische Blamage für Österreich

Mehrere Länder boykottieren den ESC in Wien wegen der Teilnahme Israels und fast die Hälfte der Menschen in Österreich hat Verständnis dafür. Doch öffentlich wird Kritik als Skurrilität abgetan – ein Armutszeugnis fürs politisch-mediale Establishment.

Von Magdalena Berger
Folgt man Potter, dann ist nicht die autoritäre Durchsetzung der Staatsräson das Problem, sondern Linke, die dagegen protestieren.

Autoritär ist, wer nicht auf Staatsräson-Linie liegt

Nicholas Potter warnt in seinem Buch »Die neue autoritäre Linke« vor einer radikalen Linken, die angeblich die Demokratie bedroht. Um diese These zu untermauern, bedient er sich selbst autoritärer Methoden – stichhaltige Beweise liefert er aber keine.

Von Daniel G. B. Weissmann

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