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Das Online-Magazin von JACOBIN Deutschland

Friedrich Merz beim DGB-Bundeskongress am 12. Mai 2026.

Warum Gewerkschafter den Kanzler ausbuhen dürfen

Von Ulrike Eifler

Niemand sollte erwarten, dass die Gewerkschaften Friedrich Merz zujubeln, wenn er Angriffe auf ihre Errungenschaften als wirtschaftliche Vernunft verkauft. Man muss den Kakao, durch den man gezogen wird, schließlich nicht auch noch trinken.

Deutsche Behörden können eine neu verliehene Staatsbürgerschaft zehn Jahre lang wieder entziehen.

Wenn Instagram-Posts zur Ausbürgerung führen

Zwei Posts zu Palästina, Presseanfragen von rechts – und Berlin leitet ein Ausbürgerungs­verfahren ein. Der Fall Abdallah A. zeigt, wie das reformierte Staatsangehörigkeitsrecht zur Sanktionierung politischer Meinungen eingesetzt werden kann.

Von Hanno Hauenstein
Die iranische Bevölkerung ist die größte Verliererin dieses Kriegs.

Der Krieg hat Irans Öl-Elite weiter ermächtigt

Die Islamische Republik hat eine staatsnahe Oligarchie an öffentlichen Gütern bereichert und der Mehrheit Austerität verordnet. Durch den Irankrieg steht jener Teil der Elite, der sein Geld mit Öl verdient, auch innenpolitisch nur noch stärker da.

Von Hamidreza Ahmadi
Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig wünscht sich ein »Fest des Miteinanders« – ohne pro-palästinensichen Protest.

Der ESC ist eine politische Blamage für Österreich

Mehrere Länder boykottieren den ESC in Wien wegen der Teilnahme Israels und fast die Hälfte der Menschen in Österreich hat Verständnis dafür. Doch öffentlich wird Kritik als Skurrilität abgetan – ein Armutszeugnis fürs politisch-mediale Establishment.

Von Magdalena Berger
Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi spricht auf dem Bundeskongress 2026.

Die FAZ hat Angst vor Gewerkschaften, die Gewerkschafts­dinge tun

Der DGB will den Stellen- und Sozialabbau nicht einfach hinnehmen und die FAZ nennt das »Radikalisierung«. Sie hat offenbar keine Ahnung, wie viel mehr die Gewerkschaften historisch gefordert haben.

Von Thomas Zimmermann
Darauf zu verweisen, wie lang und vielfältig die Geschichte zionismuskritischer Positionen innerhalb der jüdischen Linken ist, reicht nicht aus.

Zionismus kann nicht links sein

Der Zionismus ist nicht deshalb unvereinbar mit linken Werten, weil etwa Rosa Luxemburg Antizionistin war. Er ist es, weil er in seiner Logik auf der antisemitischen Tradition des europäischen Nationalismus aufbaut.

Von Tomer Dotan-Dreyfus
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Aufnahme vom 10. Juni 2025.

Wenn Geschichte zur Waffe wird

Politische Akteure, die aus tausendjähriger Geschichte Feindbilder für die Gegenwart ableiten, kommen ohne Rosinenpickerei nicht aus. Denn kein Land ist so lange immer nur Täter oder immer nur Opfer – auch nicht Russland oder die baltischen Staaten.

Von Peter Wahl und Detlef Bimboes

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Arbeit & Wirtschaft

Elon Musk steigt aus einem Tesla bei der Eröffnung der Gigafactory in Grünheide am 22. März 2022.

Musk ist der Ford unserer Zeit

Elon Musk mag auf rechtsextremen Abwegen unterwegs sein. Aber das war der Antisemit Henry Ford auch. Und so wie der Fordismus nichtsdestotrotz Epoche gemacht hat, muss man auch die Innovationen des Teslismus ernst nehmen.

Von Timo Daum
Hans-Jürgen Urban bei einer Kundgebung.

Was die Politik von den Gewerkschaften lernen kann

Löhne, Kosten, Klima, KI – im Interview erklärt der IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban, welche völlig andere politische Kultur es in Staat und Wirtschaft bräuchte, um mit den sich häufenden Krisen fertig zu werden.

Interview mit Hans-Jürgen Urban
Marx’ Analysen halfen Fabrikarbeiterinnen und -arbeitern zu verstehen, dass sie Teil einer ausgebeuteten Klasse sind.

Wirtschaftsfragen bilden die gemeinsame Sprache der Linken

Ökonomische Debatten sind in der Linken zunehmend in den Hintergrund gerückt. Dabei waren sie es, die historisch das Bündnis von Intellektuellen, Aktivisten und Arbeitenden am Leben erhielten.

Von Ingo Schmidt

Politik & Internationales

Es gibt Widersprüche zwischen den Wünschen der Bewegung und den Zwängen der Regierungsarbeit.

Regieren im Kapitalismus ist widersprüchlich – auch bei Mamdani

Was passiert, wenn ein Sozialist plötzlich die größte Stadt der USA regiert? Zohran Mamdani konnte seit Beginn seiner Amtszeit einige Erfolge verbuchen. Aber es wurde auch klar, wie viele Kompromisse sozialistische Politik im bürgerlichen Staat verlangt.

Von Peter Frase
Bei einem Streik im Berliner Gesundheitssektor kämpfen migrantische und nicht-migrantische Beschäftigte Seite an Seite.

Gewerkschaften müssen die Migrationsgesellschaft verteidigen

Repressive Migrationspolitik diszipliniert nicht nur Migrantinnen und Migranten – sie schwächt die gesamte Arbeiterklasse. Für die Rechte von Menschen mit Migrationshintergrund zu kämpfen ist darum die ureigenste Aufgabe von Gewerkschaften.

Von Sükran Budak, Ongoo Buyanjargal, Romin Khan und Neva Löw
Pantisano möchte am Kurs von Ines Schwerdtner und Jan van Aken festhalen.

»Ich will die Arbeiter für die Linke zurückgewinnen«

Mit dem Rücktritt von Jan van Aken entsteht in der Linken eine Lücke in einer kritischen Übergangsphase. Luigi Pantisano möchte diese füllen. Im Gespräch erklärt er, warum die Partei wieder auf Konfrontationskurs mit der etablierten Politik gehen muss.

Interview mit Luigi Pantisano
»Korrespondenten töten uns mit passiver Sprache. Wenn wir Glück haben, sagen Diplomaten, dass unser Tod sie betroffen macht, aber sie erwähnen niemals den Schuldigen, ganz zu schweigen davon, ihn zu verurteilen.«

Scharfschützen haben saubere Hände

Von Mohammed El-Kurd

Geschichte & Ideengeschichte

Im Rahmen einer Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt schwamm im Herbst 2025 eine Luftkissen-Freiheitsstatue in einem Teich im Berliner Tiergarten.

Sind Postliberale einfach verunsicherte Liberale?

Der Postliberalismus ist im deutschen Mainstream angekommen. An der politischen Orientierungslosigkeit wird das aber nichts ändern. Denn selbst postliberale Vordenker wissen noch nicht so recht, was nach dem Liberalismus kommen soll.

Von Jonas Junack
Reges Treiben um die Gläserne Blume im Foyer des Palastes bei einem Konzert von »Rock für den Frieden«, 1982.

Der Palast der Republik war ein Stück öffentlicher Luxus

Heute vor 50 Jahren wurde der Palast der Republik eröffnet. Der Chronist Rudolf Denner erzählt im Interview, wie er jenseits vom »Lampenladen«-Klischee von den Menschen wahrgenommen wurde und warum die BRD ihn wirklich abreißen ließ.

Interview mit Rudolf Denner
Lars Klingbeil möchte Übergewinne besteuern. Katherina Reiche meint, sowas gäbe es gar nicht – und kann sich dabei auf die Lehrbücher stützen.

Warum Mainstream-​Ökonomen von Übergewinnen nichts wissen wollen

Die Forderung nach einer Übergewinnsteuer trifft bei den meisten Ökonomen auf Unverständnis. Das hat nicht nur politische, sondern auch theoretische Gründe – denn der Begriff des Profits wurde systematisch verunklart.

Von Jannis Köster

Kultur & Gesellschaft

Frauen und Kinder aus Mỹ Lai, kurz bevor US-Soldaten sie massakrierten.

Ein Tag in der Hölle als Warnung

Der Dokumentarfilm »A Single Day« behandelt das Leben dreier US-Soldaten, die sich während des Vietnamkriegs widersetzten, am Massaker von Mỹ Lai teilzunehmen. Er ist eine Lehre für alle Kriege – und alle einfachen Soldaten.

Von Jan Opielka
Ein Palästina-Solidaritätscamp an der Universität Oxford, Aufnahme vom 18. Juni 2024.

Akademischer Boykott ist im Sinne der Wissenschafts­freiheit

Boykotte gegen Israels akademische Institutionen stehen in der Kritik, die Wissenschaftsfreiheit zu gefährden. Doch die Einwände erweisen sich als schwach und rücken durch die Zerstörung der Bildungsinfrastruktur in Gaza noch weiter in den Hintergrund.

Von Robin Celikates und Yves Winter
Stefan Heym bei der Europäischen Schriftstellerkonferenz »Haagse Treffen« im Jahr 1982.

Stefan Heym schrieb für einen menschen­gerechten Sozialismus

Heute vor 113 Jahren wurde der große DDR-Schriftsteller Stefan Heym geboren. Seine Romane handeln von Widersprüchen innerhalb des »Arbeiterstaats« und artikulieren Ambitionen über den Realsozialismus hinaus.

Von Alexander Jude Beard

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