Hitzewellen sind politisch
Extremwetter und Ungleichheit führen zusammen zu Zehntausenden Todesfällen. Diese ließen sich verhindern – mit der richtigen Infrastruktur- und Sozialpolitik.
Extremwetter und Ungleichheit führen zusammen zu Zehntausenden Todesfällen. Diese ließen sich verhindern – mit der richtigen Infrastruktur- und Sozialpolitik.
Karl Marx’ Analyse, dass der Kapitalismus dazu tendiert, menschliche Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen, kann Aufschluss darüber geben, wie sich die Wirtschaft und die Nutzung von KI entwickeln könnten – und was das für Arbeiter bedeutet.
Die Literatur der DDR wurde für historisch überholt erklärt: Weil sie sich dem Aufbau des Sozialismus widmete, habe sie uns heute nichts mehr zu sagen. Doch Carsten Gansels Buch »Ausradiert?« zeigt, dass es sich durchaus lohnt, sie wiederzuentdecken.
Spotlight
Die indische »Kakerlaken-Bewegung« hat einen ersten Sieg errungen: Der Bildungsminister ist zurückgetreten. Die Proteste wandeln sich zu einer breiteren Bewegung – und zu einer der bisher größten Herausforderungen für den rechten Regierungschef Narendra Modi.
Der Anschlag auf den CSD in Berlin lässt eine erschütterte Community zurück. Und die Versuche konservativer und rechter Politiker, diese Tragödie für ihre Zwecke zu vereinnahmen, machen es nur noch schlimmer.
Darf ein Staat Kriegsdienst von seinen Bürgern verlangen, wenn er nicht alles für den Frieden unternimmt – und nicht einmal über das Oberkommando über seine eigenen Streitkräfte verfügt? Die angebahnte Rückkehr zur Wehrpflicht wirft Fragen auf.
Der Fall von Jens Spahn zeigt einmal mehr, dass konservative Regeln nur für Arme gelten. Doch eine Legalisierung der Leihmutterschaft wäre umgekehrt auch nicht progressiv, sondern nur mehr Politik für Reiche.
Mit dem Gesetz zum »Blauen Vaterland« will Ankara Gebietsansprüche in der Ägäis und im Mittelmeer festschreiben. Das ist kein Bruch mit dem Westen, sondern der Griff einer aufstrebenden Regionalmacht nach eigenen Einflusszonen.
Was bleibt nach zweieinhalb Jahren Genozid? Eine Welt, die wegschaut, ein Waffenstillstand, der keiner ist, und eine ganze Region in Flammen. Die neue Jacobin-Ausgabe über Palästina.
Leben und sterben als Palästinenser: Von Siedlern vertrieben, von Soldaten erschossen, von Journalisten entmenschlicht, darf er nur ein Terrorist sein oder ein perfektes Opfer, das keinen Widerstand leistet.
Die westliche Sicht auf den Nahostkonflikt ist geprägt von Mythen. Der Historiker Rashid Khalidi klärt auf, warum Israel nie ein Underdog und ziviler Widerstand der Palästinenser stets unerwünscht war.
Die Strategie des bewaffneten Kampfes hat die Palästinenser in den Abgrund gestürzt. Vielleicht kann eine Rückbesinnung auf die gewaltfreien Methoden der Ersten Intifada einen Weg in die Zukunft weisen.
Unser Verständnis von Sucht basiert auf Experimenten, in denen Ratten in Käfigen mit nichts als Kokain alleine gelassen wurden. Die Philosophin Hanna Pickard stellt im Interview ein anderes Konzept vor, das unserer Lebensrealität (und auch der von Nagetieren) näherkommt.
Der Kapitalismus ist weder natürlich noch freiheitlich. Wollen wir uns wirklich emanzipieren, müssen wir mit einer Reihe falscher Vorstellungen brechen.
Die Bundesregierung plant, befristete Arbeitsverträge auszuweiten. Für Beschäftigte bedeutet das nicht nur mehr Unsicherheit in der Berufsplanung, sondern auch schlechtere Chancen auf dem Mietmarkt und weniger Verhandlungsmacht am Arbeitsplatz.
Europa ist gegenüber China ins Hintertreffen geraten und will jetzt mehr Protektionismus wagen. Doch Unabhängigkeit ist leichter gesagt als getan, denn ohne billige Arbeitskräfte und Rohstoffe sind die europäischen Unternehmen aufgeschmissen.
Dunkle Sonnenbrillen, Maßanzüge und Handküsse? Solche Bilder aus »Der Pate« sind ein Klischee – in Wirklichkeit ist die Mafia ein knallhartes Wirtschaftsunternehmen, das Milliarden umsetzt und tief im legalen System verwurzelt ist.
Das Gesundheitswesen wird zunehmend zu einem Schauplatz von Arbeitskämpfen. Die Krankenpflegerin Shella Dominguez aus New York berichtet, wie sie und ihre Kolleginnen den größten Pflegestreik in der Geschichte der Stadt für sich entschieden.
Anton Jäger lehrt Ideengeschichte und politische Theorie an der Universität Oxford und ist Autor des Buches »Hyperpolitik: Extreme Politisierung ohne politische Folgen«.
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Grace Blakeley ist Ökonomin und Autorin mehrerer Bücher, darunter »Stolen: So retten wir die Welt vor dem Finanzkapitalismus« und »Die Geburt der Freiheit aus dem Geist des Sozialismus«.
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Oliver Nachtwey ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel und Co-Autor der Bücher »Gekränkte Freiheit: Aspekte des libertären Autoritarismus« und »Zerstörungslust: Elemente des demokratischen Faschismus«.
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Clara Mattei ist Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of Tulsa, Gründerin von FREE: Forum for Real Economic Emancipation und Autorin von »Die Ordnung des Kapitals«.
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Wolfgang Streeck ist Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. In Kürze erscheint sein neues Buch »Gewaltbereit: Essays zur Zeitenwende«.
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Şeyda Kurt ist Schriftstellerin, Publizistin und Moderatorin. Sie ist Autorin der Bestseller »Radikale Zärtlichkeit« und »Hass«. Gerade erschien ihr erster Roman »Zeit der Monster«.
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Rosa fragt sich, ob sie mit jemandem eine Beziehung führen kann, dessen Leben sich um Profit dreht. Şeyda Kurt findet: Auch ein Unternehmer kann ein guter Partner und Genosse sein.
In den USA wächst die Bewegung der sogenannten »Sovereign Citizens« immer weiter. Sie ist symptomatisch für ein Land, das das Vertrauen in seine demokratischen Institutionen längst verloren hat.
Auch wenn die Fußball-WM in vielen Punkten weniger schlecht war als erwartet: Trumps Eingriff zugunsten von Balogun, gleichzeitige Bomben auf den Iran und die schamlose Geldmacherei der FIFA zeigen, wem dieses Turnier wirklich gehört.
Nach Angriffen auf rechte Medienvertreter in Erfurt gibt es Versuche, ihnen die Pressefreiheit abzusprechen. Doch Journalisten aufgrund ihrer Gesinnung den Schutzstatus zu entziehen, ist ein verhängnisvoller Trend, bei dem Linke nicht mitmachen sollten.
Weil die Trump-Regierung der iranischen Mannschaft nur stundenweise Einreise erlaubte, sprang Mexiko ein und bot den Iranern eine Basis. Das hat auch historische Gründe, denn beide Länder verbindet eine lange Geschichte US-amerikanischer Übergriffe.
Vor 90 Jahren entfachte ein Putsch reaktionärer Militärs gegen die noch junge Republik den Spanischen Bürgerkrieg. Ohne die deutsche und italienische Unterstützung wäre den Spaniern der Sieg und die Diktatur General Francos wohl erspart geblieben.
Der kürzlich verstorbene Mikrohistoriker Carlo Ginzburg betrachtete gesellschaftlichen Wandel von unten. Sein Ansatz war stark geprägt von Erfahrungen mit dem italienischen Faschismus sowie den antifaschistischen Traditionen der Nachkriegszeit.
Unser Bild des Römischen Reichs ist geprägt von den Monumenten und dem Lebensstil urbaner Eliten. Eine neue Untersuchung lenkt nun den Blick auf die 90 Prozent der Bevölkerung, deren brutal ausgebeutete Arbeitskraft all das erst möglich machte.
Viele Historiker haben die Amerikanische Revolution zu einem Konflikt zwischen britischen und amerikanischen Eliten heruntergespielt. Doch die Revolution setzte auch radikale Kräfte frei, die die Gründerväter nicht kontrollieren konnten.
Vor 75 Jahren siedelte die stalinistische Führung Rumäniens Zehntausende Menschen aus dem Grenzgebiet zu Jugoslawien zwangsweise um. Das repressive bevölkerungspolitische Experiment verknüpfte Grenzsicherung mit Klassen- und Wirtschaftspolitik.
Frank Deppe hat als einer der Hauptvertreter der marxistischen Marburger Schule in den 1980ern zu Machiavelli geforscht. Im Interview spricht er darüber, was es über unsere Zeit aussagt, dass der »Lehrer des Bösen« wieder vermehrt gelesen wird.
CDU und CSU übernehmen Positionen der AfD. Aber das gehört leider zum Standardrepertoire konservativer Parteien. Diese Entwicklung unter »Faschisierung« zu fassen, überstrapaziert den Begriff und erschwert die Analyse der Gegenwart.
Das aktuelle Chaos in der Welt lässt sich nicht verstehen ohne den Aufstieg einer global vernetzten Rechten, findet Lea Ypi. Im Interview spricht sie darüber, was die Linke tun muss, um ebenfalls wieder zu einer internationalen Kraft zu werden.
Jakow Kronrod legte in den 1960er Jahren Ideen für eine Reform der sowjetischen Wirtschaft vor. Doch seine Vision eines demokratischen Wirtschaftssystems war der Führung in Moskau zu radikal, denn sie hätte ihre Autorität infrage gestellt.
Der Postliberalismus ist im deutschen Mainstream angekommen. An der politischen Orientierungslosigkeit wird das aber nichts ändern. Denn selbst postliberale Vordenker wissen noch nicht so recht, was nach dem Liberalismus kommen soll.