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Das Online-Magazin von JACOBIN Deutschland

Radew möchte Bulgarien als EU- und seit diesem Jahr auch Eurozonen-Mitglied auf einem europäischen Kurs halten. Allerdings pocht er auch auf Dialog mit Russland.

Bulgariens neuer Ministerpräsident ist weder »Putin-Freund« noch »progressiv«

Von Martin Marinos

Der Westen sieht im Wahlsieg von Rumen Radew in Bulgarien einen Triumph für Moskau. Doch das stimmt genauso wenig, wie seine Partei Progressives Bulgarien progressiv ist. In Wirklichkeit verspricht er weder geo- noch wirtschaftspolitischen Wandel.

Der ghanaische Präsident John Dramani Mahama bei einer Rede vor den Vereinten Nationen.

»Kein Geld der Welt kann den Schaden des Sklavenhandels wiedergutmachen«

Die UN hat den transatlantischen Sklavenhandel zum schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklärt. Das sei ein wichtiger Schritt, sagt der Reparationen-Vorkämpfer Kwesi Pratt Jr., aber Gerechtigkeit hieße mehr: eine Neuordnung der Welt.

Interview mit Kwesi Pratt Jr.
Friedrich Merz beim DGB-Bundeskongress am 12. Mai 2026.

Warum Gewerkschafter den Kanzler ausbuhen dürfen

Niemand sollte erwarten, dass die Gewerkschaften Friedrich Merz zujubeln, wenn er Angriffe auf ihre Errungenschaften als wirtschaftliche Vernunft verkauft. Man muss den Kakao, durch den man gezogen wird, schließlich nicht auch noch trinken.

Von Ulrike Eifler
Mahdi Amel hieß eigentlich Hassan Hamdan. Zum Zeitpunkt seiner Ermordung war er in der nationalen Führung der Kommunistischen Partei Libanons.

Der antikoloniale Marxismus von Mahdi Amel

Der libanesische Marxist Mahdi Amel wurde heute vor 39 Jahren ermordet. Seine Theorie des Kolonialismus als eigenständige Produktionsweise hat verändert, wie wir Klassenkampf und nationale Befreiung verstehen.

Von Hicham Safieddine
Immer mehr Erwachsene verschulden sich sogar für ihre Trips nach Disney World.

»Disney Adults« sind ein lukratives Geschäftsmodell

Von Labubu über KPop Demon Hunters bis hin zu niedlichen Handy-Games: Einst an Kinder gerichtete Angebote erreichen immer mehr Erwachsene. Besonders Disney hat eine Maschinerie aufgebaut, die Nostalgie systematisch in Profit verwandelt.

Von Ryan Zickgraf
Deutsche Behörden können eine neu verliehene Staatsbürgerschaft zehn Jahre lang wieder entziehen.

Wenn Instagram-Posts zur Ausbürgerung führen

Zwei Posts zu Palästina, Presseanfragen von rechts – und Berlin leitet ein Ausbürgerungs­verfahren ein. Der Fall Abdallah A. zeigt, wie das reformierte Staatsangehörigkeitsrecht zur Sanktionierung politischer Meinungen eingesetzt werden kann.

Von Hanno Hauenstein
Die iranische Bevölkerung ist die größte Verliererin dieses Kriegs.

Der Krieg hat Irans Öl-Elite weiter ermächtigt

Die Islamische Republik hat eine staatsnahe Oligarchie an öffentlichen Gütern bereichert und der Mehrheit Austerität verordnet. Durch den Irankrieg steht jener Teil der Elite, der sein Geld mit Öl verdient, auch innenpolitisch nur noch stärker da.

Von Hamidreza Ahmadi

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Arbeit & Wirtschaft

Elon Musk steigt aus einem Tesla bei der Eröffnung der Gigafactory in Grünheide am 22. März 2022.

Musk ist der Ford unserer Zeit

Elon Musk mag auf rechtsextremen Abwegen unterwegs sein. Aber das war der Antisemit Henry Ford auch. Und so wie der Fordismus nichtsdestotrotz Epoche gemacht hat, muss man auch die Innovationen des Teslismus ernst nehmen.

Von Timo Daum
Hans-Jürgen Urban bei einer Kundgebung.

Was die Politik von den Gewerkschaften lernen kann

Löhne, Kosten, Klima, KI – im Interview erklärt der IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban, welche völlig andere politische Kultur es in Staat und Wirtschaft bräuchte, um mit den sich häufenden Krisen fertig zu werden.

Interview mit Hans-Jürgen Urban
Marx’ Analysen halfen Fabrikarbeiterinnen und -arbeitern zu verstehen, dass sie Teil einer ausgebeuteten Klasse sind.

Wirtschaftsfragen bilden die gemeinsame Sprache der Linken

Ökonomische Debatten sind in der Linken zunehmend in den Hintergrund gerückt. Dabei waren sie es, die historisch das Bündnis von Intellektuellen, Aktivisten und Arbeitenden am Leben erhielten.

Von Ingo Schmidt

Politik & Internationales

Özlem Demirel möchte das antimilitaristische Profil der Linken stärken.

»Wenn Menschen sich dem Krieg verweigern, dann werden Kriege unmöglich«

Sechs Bundeswehr-Fregatten kosten so viel wie Zehntausende Sozialwohnungen. Im Interview fordert Özlem Demirel, dass die Linke solche Zusammenhänge endlich sichtbar macht – und erklärt, warum sie für den stellvertretenden Parteivorsitz kandidiert.

Interview mit Özlem Demirel
Es gibt Widersprüche zwischen den Wünschen der Bewegung und den Zwängen der Regierungsarbeit.

Regieren im Kapitalismus ist widersprüchlich – auch bei Mamdani

Was passiert, wenn ein Sozialist plötzlich die größte Stadt der USA regiert? Zohran Mamdani konnte seit Beginn seiner Amtszeit einige Erfolge verbuchen. Aber es wurde auch klar, wie viele Kompromisse sozialistische Politik im bürgerlichen Staat verlangt.

Von Peter Frase
Heute haben viele Geschäfte des traditionellen palästinensischen Basars in Ost-Jerusalm geschlossen.

Israel zermürbt auch die Palästinenser, die nach 1948 geblieben sind

Wer nach 1948 in seiner Heimat blieb, gilt in der arabischen Welt heute oft als Verräter – und ist in Israel Bürger zweiter Klasse. Eine Reise zu Palästinensern, die zwischen Repression, Ohnmacht und kleinen Akten des Widerstands leben.

Von Raya Petke
»Korrespondenten töten uns mit passiver Sprache. Wenn wir Glück haben, sagen Diplomaten, dass unser Tod sie betroffen macht, aber sie erwähnen niemals den Schuldigen, ganz zu schweigen davon, ihn zu verurteilen.«

Scharfschützen haben saubere Hände

Von Mohammed El-Kurd

Geschichte & Ideengeschichte

Im Rahmen einer Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt schwamm im Herbst 2025 eine Luftkissen-Freiheitsstatue in einem Teich im Berliner Tiergarten.

Sind Postliberale einfach verunsicherte Liberale?

Der Postliberalismus ist im deutschen Mainstream angekommen. An der politischen Orientierungslosigkeit wird das aber nichts ändern. Denn selbst postliberale Vordenker wissen noch nicht so recht, was nach dem Liberalismus kommen soll.

Von Jonas Junack
Reges Treiben um die Gläserne Blume im Foyer des Palastes bei einem Konzert von »Rock für den Frieden«, 1982.

Der Palast der Republik war ein Stück öffentlicher Luxus

Heute vor 50 Jahren wurde der Palast der Republik eröffnet. Der Chronist Rudolf Denner erzählt im Interview, wie er jenseits vom »Lampenladen«-Klischee von den Menschen wahrgenommen wurde und warum die BRD ihn wirklich abreißen ließ.

Interview mit Rudolf Denner
Lars Klingbeil möchte Übergewinne besteuern. Katherina Reiche meint, sowas gäbe es gar nicht – und kann sich dabei auf die Lehrbücher stützen.

Warum Mainstream-​Ökonomen von Übergewinnen nichts wissen wollen

Die Forderung nach einer Übergewinnsteuer trifft bei den meisten Ökonomen auf Unverständnis. Das hat nicht nur politische, sondern auch theoretische Gründe – denn der Begriff des Profits wurde systematisch verunklart.

Von Jannis Köster

Kultur & Gesellschaft

Folgt man Potter, dann ist nicht die autoritäre Durchsetzung der Staatsräson das Problem, sondern Linke, die dagegen protestieren.

Autoritär ist, wer nicht auf Staatsräson-Linie liegt

Nicholas Potter warnt in seinem Buch »Die neue autoritäre Linke« vor einer radikalen Linken, die angeblich die Demokratie bedroht. Um diese These zu untermauern, bedient er sich selbst autoritärer Methoden – stichhaltige Beweise liefert er aber keine.

Von Daniel G. B. Weissmann
Frauen und Kinder aus Mỹ Lai, kurz bevor US-Soldaten sie massakrierten.

Ein Tag in der Hölle als Warnung

Der Dokumentarfilm »A Single Day« behandelt das Leben dreier US-Soldaten, die sich während des Vietnamkriegs widersetzten, am Massaker von Mỹ Lai teilzunehmen. Er ist eine Lehre für alle Kriege – und alle einfachen Soldaten.

Von Jan Opielka
Ein Palästina-Solidaritätscamp an der Universität Oxford, Aufnahme vom 18. Juni 2024.

Akademischer Boykott ist im Sinne der Wissenschafts­freiheit

Boykotte gegen Israels akademische Institutionen stehen in der Kritik, die Wissenschaftsfreiheit zu gefährden. Doch die Einwände erweisen sich als schwach und rücken durch die Zerstörung der Bildungsinfrastruktur in Gaza noch weiter in den Hintergrund.

Von Robin Celikates und Yves Winter

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