08.03.2021

Luxus-Geisterhäuser

Es bringt nichts, danach zu fragen, warum Obdachlosigkeit trotz großen Reichtums in unseren Gesellschaften existiert. Denn die Superreichen sind genau der Grund für dieses Problem.

Meme

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Andy King.

Palo Alto, das surrende und piepende Herz des Silicon Valley, hat ein Problem mit Obdachlosigkeit. Dort, wo sich Mark Zuckerberg, Larry Page und andere Superreiche niedergelassen haben, müssen Familien in Autos und Garagen schlafen. Ein Drittel aller Schulkinder hat kein festes Zuhause. Doch Palo Alto hat noch ein weiteres Problem: In den Vierteln der Besserverdienenden greift der Leerstand um sich. Die Leute leeren die Briefkästen ihrer abwesenden Nachbarn und beklagen das »soziale Loch«, das ihr fast ganzjähriges Fernbleiben hinterlässt. Reihenweise stehen hier unbewohnte Häuser, wie man es sonst nur aus verarmten Städten wie Detroit oder Flint kennt. Warum werden nun ausgerechnet wohlhabende Viertel mitten im Silicon Valley von diesem Problem heimgesucht?

Ganz einfach: Die Reichen machen sich rar. Palo Alto ist eine von vielen Städten weltweit, die sich mit dem Problem von »Geisterhäusern« und »Zombie-Vierteln« konfrontiert sehen: Immobilien, die von vermögenden, oft ausländischen Investorinnen und Investoren aufgekauft werden, um als persönliche Zweit-, oft genug aber auch als Dritt-, Viert- oder Fünftwohnungen zu dienen, und die monatelang leer stehen, während gleichzeitig bitterer Mangel an Wohnraum für Normalverdienende besteht.

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