13.06.2021

Was die Welt zusammenhält

Die Beschäftigten in der Logistikindustrie haben eine enorme Verhandlungsmacht: Wenn sie streiken, steht die Weltwirtschaft still. Zumindest theoretisch. Im Interview erklärt die Soziologin Katy Fox-Hodess, woran es hakt.

Katy Fox-Hodess ist Dozentin für Industrielle Beziehungen und Direktorin für Forschungsentwicklung des Zentrums für menschenwürdige Arbeit an der Universität Sheffield. Sie forscht zur internationalen Solidarität zwischen Gewerkschaften der Hafenarbeiter und zu theoretischen Grundlagen der Arbeiter macht. Sie ist Mitbegründerin des International Labour and Logistics Research Network.

Katy Fox-Hodess ist Dozentin für Industrielle Beziehungen und Direktorin für Forschungsentwicklung des Zentrums für menschenwürdige Arbeit an der Universität Sheffield. Sie forscht zur internationalen Solidarität zwischen Gewerkschaften der Hafenarbeiter und zu theoretischen Grundlagen der Arbeiter macht. Sie ist Mitbegründerin des International Labour and Logistics Research Network.

ILLUSTRATION Zane Zlemeša.

Interview mit Katy Fox-Hodess geführt von Alexander Brentler und Fabian Vugrin

Ist es überhaupt noch sinnvoll, von der Logistik als einem separaten Sektor neben der Produktion zu sprechen?

Früher fanden mehr Schritte eines Produktionsprozesses an ein und demselben Ort statt. Heute sind diese Etappen der Produktion in einem viel größeren Ausmaß über verschiedene Räume verteilt. Und jedes Mal, wenn der Prozess von einem Ort zum anderen wechselt, ergibt sich daraus eine Aufgabe für die Logistikindustrie. Wenn wir in der Vergangenheit über Arbeiterinnen und Arbeiter in der Logistik sprachen, dachten wir an Transportarbeiter, die fertige Güter zu den Märkten bringen. Heute müssen wir auch die Bewegungen innerhalb des Produktionsprozesses bedenken.

Welche Rolle spielt dabei die Just-in-Time-Produktion?

Die Just-in-Time-Produktion ist ein wichtiger Aspekt der sogenannten logistischen Revolution, also des Aufstiegs der Logistik zu einem zentralen Bestandteil kapitalistischer Akkumulationsstrategien. Diese Revolution hat vor allem seit den 1970er Jahren stattgefunden. Früher meinte Logistik nur Militärlogistik. Aber in der Nachkriegszeit zog der Sektor zunehmend das Interesse der Wirtschaft auf sich. Das berühmteste Beispiel für diese Verlagerung vom Militär hin zur Wirtschaft ist der Container. Die Verwendung von Containern wurde während des Zweiten Weltkriegs von der u.s. Army erfunden.

Woher kam das plötzliche Interesse der Wirtschaft für die Logistik?

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