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08. Juni 2026

Donald Trump ist der korrupteste Präsident der US-Geschichte

Staatsaufträge für die Familie, Insider Trading, Krypto-Korruption: Donald Trump betreibt eine beispiellose Selbstbereicherung – und missbraucht offen die Staatsmacht, um sich und seine Nächsten in Steuer- und Epstein-Skandalen straffrei zu halten.

Donald Trump hat so viele Skandale überstanden, dass Vorfälle, die für andere Politiker das Ende ihrer Karriere bedeuten würden, bei ihm kaum noch außergewöhnlich wirken.

Donald Trump hat so viele Skandale überstanden, dass Vorfälle, die für andere Politiker das Ende ihrer Karriere bedeuten würden, bei ihm kaum noch außergewöhnlich wirken.

IMAGO / Newscom / AdMedia

Von dem Moment an, als er sein Amt antrat, hat Donald Trump eine bislang einzigartige Strategie verfolgt: Er flutet die Nachrichtenlandschaft mit einer unaufhörlichen Lawine von Exekutivmaßnahmen, Skandalen und irrlichternden Äußerungen. Das geht so weit, dass es schlichtweg unmöglich erscheint, den Überblick zu behalten. Als hätte der Musikproduzent Phil Spector seine berühmte Wall of Sound auf die Politik übertragen. Doch die »Wall of Scandal« hat die Unterstützung für Trump nicht wesentlich geschwächt. Auf eine verlässliche Unterstützungsbasis von rund 30 Prozent scheint er immer bauen zu können – komme, was wolle.

In Trumps zweiter Amtszeit geschehen zu jedem X-beliebigen Zeitpunkt so viele verrückte, schockierende und oft beispiellose Dinge, dass es sich lohnt, inne zu halten, tief durchzuatmen und zu versuchen, Bilanz zu ziehen.

Lassen wir den Irankrieg einmal beiseite, der für sich genommen zu den fünf katastrophalsten Taten eines US-Präsidenten in diesem Jahrhundert (wenn nicht sogar darüber hinaus) zählen dürfte. Seit nunmehr drei Monaten beobachtet die Welt, wie Trump um sich schlägt, um aus diesem Krieg herauszukommen, in den er das Land mit halbgaren Lügen hineingezogen hat. Er behauptet immer wieder, gesiegt zu haben, sucht verzweifelt nach einem Ausweg und versucht krampfhaft, die Amerikaner – und wahrscheinlich sich selbst – davon zu überzeugen, dass er tatsächlich gewinnt. Nebenbei ruiniert er die Weltwirtschaft, zerstört langsam die von ihm so heißgeliebte Ölindustrie und sorgt dafür, dass es bei den anstehenden Midterms eine krachende Wahlniederlage für die Republikanische Partei geben könnte.

All das lassen wir großzügigerweise außer Acht – und können dennoch die chaotischste, skandalträchtigste Regierung in der Geschichte der USA beobachten. Das ist wirklich bemerkenswert.

Korruption

Sehen wir uns beispielsweise die unglaubliche Selbstbereicherung und Korruption der Regierung an. Zunächst sei daran erinnert, worüber sich Trump und die Republikaner während der Amtszeit von Joe Biden mokierten: Der Sohn des damaligen Präsidenten, Hunter Biden, und sein Bruder James hätten erheblich von der Amtszeit ihres Vaters profitiert und seine Verbindungen genutzt, unter anderem um Geschäftskontakte in China aufzubauen. Das stimmt tatsächlich – und führte dazu, dass verschiedene Mitglieder der Familie Biden angeblich Zahlungen im Wert von mehr als einer Million Dollar erhielten. Hinzu kamen weniger große Korruptionsdelikte, wie zum Beispiel, dass Hunter seine bestenfalls mittelmäßigen Kunstwerke für mehr als eine Million Dollar verkaufen konnte. Der Absatz versiegte auf »mysteriöse« Weise, als sein Vater nicht mehr Präsident war.

Die Familie Trump gibt sich aber alle Mühe, derartige Vorfälle wie eine Kleinigkeit erscheinen zu lassen. Die Trumps tun genau das, worüber sie sich bei Joe Biden beschwert haben, nur hundertfach schlimmer: Als Trump im vergangenen Monat eine Reise nach China unternahm, schloss sich sein Sohn Eric, der das Business des Präsidenten mit seinen zahlreichen Interessen in China managt, der Delegation seines Vaters an. (Fairerweise muss man sagen, dass Hunter Biden auch mit seinem Vater nach China gereist ist, als dieser dort geschäftliche Interessen hatte. Das war allerdings zu einer Zeit, als Joe Biden lediglich Vizepräsident war.)

»Da ist auch Trumps Kryptowährungsimperium, in das Dutzende Investoren zufällig vier Monate nach Beginn seiner zweiten Amtszeit zwei Milliarden Dollar pumpten. Der Mischkonzern macht mittlerweile den größten Teil von Trumps Nettovermögens von knapp sechs Milliarden Dollar aus.«

Dann gibt es noch das Unternehmen für seltene Erden, in das Trumps anderer Sohn involviert ist. Es erhielt auf direkten Wunsch des Weißen Hauses Hunderte Millionen Dollar an Darlehen und »Anreizen« von der Bundesregierung. Oder die zufällig zeitlich gut abgestimmte Fusion des Unternehmens seines Sohnes mit einem von der US-Regierung finanzierten Mineralienunternehmen. Dem neuen Konzern hat die Regierung von Kasachstan umgehend ein Bergbauprojekt übertragen. Oder die zahlreichen Drohnenfirmen, in die die Familie investiert (bei einer legte Trump nahe, die Regierung wolle ihre Produkte kaufen sowie Anteile erwerben, was den Aktienwert in die Höhe schnellen ließ).

Und dann ist da Trump, der Millionen Boeing-Aktien kauft, bevor er dem Unternehmen Regierungsaufträge in Milliardenhöhe verschafft und Jets nach China verkaufen lässt. Und dann sind da die geradezu übermenschlichen Ausmaße des Aktienhandels des Präsidenten. Und dann sind da die lächerlich minderwertigen »Trump Phones«, die sein Unternehmen im vergangenen Jahr mit Hilfe dreister Lügen für 500 Dollar pro Stück an seine Anhängerschaft verkaufte. Und dann ist da sein Kryptowährungsimperium, in das Dutzende Investoren zufällig vier Monate nach Beginn seiner zweiten Amtszeit zwei Milliarden Dollar pumpten. Der Mischkonzern macht mittlerweile den größten Teil von Trumps Nettovermögens von knapp sechs Milliarden Dollar aus. Dieses Krypto-Business verkauft buchstäblich Zugang zu Mitgliedern der Trump-Familie. Das könnte wohl auch der Grund sein, dass ausländische Staatsführer, die sich mit dem Präsidenten der USA gut stellen wollen, investieren.

Und das ist nicht einmal im Entferntesten die Spitze des Eisbergs. Es gibt so, so, so viele dieser Geschichten. Es würde viele Tausend Worte erfordern, sie alle zu erfassen und in diesem Artikel zu verlinken. Am bedeutendsten ist in jedem Fall, dass Trump bereits sieben Monate nach Beginn seiner zweiten Amtszeit um unglaubliche 3,4 Milliarden Dollar reicher geworden war. (Man erinnere sich noch einmal daran, dass einer der Skandale um Biden darin bestand, dass er möglicherweise eine Zahlung von 40.000 Dollar erhalten hat.)

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass es in der Geschichte der USA noch nie etwas Ähnliches gegeben hat. Die berühmten Korruptionsskandale im Weißen Haus unter Ulysses S. Grant oder Warren G. Harding reichen nicht einmal annähernd an das aktuelle Ausmaß heran. Und: Bei keinem dieser historischen Vorfälle hat sich der jeweilige Präsident persönlich derart bereichert, wie es Trump tut. All das ist nur eine Unterkategorie von Skandalen und politischem Wahnsinn, die diese Regierung anhäuft.

Straffreiheit

Also weiter im Text: Trump hat seine zweite Amtszeit als Präsident genutzt, um sich selbst Immunität vor jeglichen Konsequenzen für seine Korruption zu verschaffen. In diesem Jahr verklagten Trump und seine beiden Söhne, denen Selbstbereicherung vorgeworfen wurde, die US-Steuerbehörde (IRS) wegen der Veröffentlichung von Trumps Steuererklärungen während seiner ersten Amtszeit. Trumps Anwälte erzielten im Zuge seiner eigenen Klage gegen seine eigene Regierung einen Vergleich. Damit sicherte er sich selbst, seiner Familie und seinen Unternehmen Immunität vor künftigen IRS-Prüfungen. Im Zuge dieses Korruptionskarussels hat Trumps Justizministerium eine Klausel in den Vergleich aufgenommen, die 1,8 Milliarden Dollar für den Präsidenten vorsieht, der sie an Personen verteilen kann, gegen die von US-Behörden »unfairerweise« ermittelt wurde. Das freut insbesondere Personen mit Bezug zum 6. Januar 2021.

Natürlich will Trump nicht nur Steuergelder an die verurteilten Kapitol-Randalierer verteilen. Er schützt sie auch vor Reputationsschäden, indem er sein Justizministerium Hunderte detaillierte Berichte von seiner Website löschen lässt, die sich mit den damaligen Verbrechen befassen. Davon profitieren rechtsextreme Gruppen wie die Proud Boys und die Oath Keepers, denen die Trump-Regierung vor anderthalb Monaten ohnehin schon einen Persilschein ausgestellt hat. Bereits zu Beginn seiner Amtszeit hatte Trump pauschal über 1.500 Personen begnadigt, darunter beispielsweise einen verurteilten pädophilen Sexualstraftäter.

»Trump und sein Team verhindern weiterhin die vollständige Freigabe von Dokumenten zu Jeffrey Epstein, dem ehemals besten Freund des Präsidenten sowie vermutlich bekanntesten Sexualstraftäter dieses Jahrhunderts.«

Apropos pädophile Sexualstraftäter: Trump und sein Team verhindern weiterhin die vollständige Freigabe von Dokumenten zu Jeffrey Epstein, dem ehemals besten Freund des Präsidenten sowie vermutlich bekanntesten Sexualstraftäter dieses Jahrhunderts. Aktuell sieht es so aus, dass der Ex-Generalstaatsanwalt, flankiert von einem Anwalt aus Trumps Justizministerium, es rundweg ablehnt, Fragen zur Rolle des Präsidenten bei der Freigabe der Akten zu beantworten. Auch die bereits veröffentlichten Epstein Files waren von der Trump-Administration hinausgezögert, verschleiert, zurückgehalten und unrechtmäßig geschwärzt worden. Selbst (ehemalige) Trump-Anhänger sprechen von einer offensichtlichen Vertuschungsaktion. Trump lässt sich natürlich nicht beirren und sinniert öffentlich darüber, Epsteins Mittäterin, seine alte Freundin Ghislaine Maxwell, zu begnadigen.

Zusätzlich geht Trump seinerseits gegen eine ganze Reihe von Personen vor, die ihm seiner Ansicht nach Unrecht getan haben. Erwähnt seien der ehemalige FBI-Chef James Comey wegen eines Tweets über den Präsidenten; rechte Kritiker wie Tucker Carlson; die New Yorker Anwältin Letitia James, die vor zwei Jahren eine Zivilklage wegen Betrug gegen Trump gewonnen hat; mehrere linke Kritiker der US-Außenpolitik, weil sie nach Kuba gereist sind; und viele weitere, darunter auch eine der Frauen, die Trump vor Jahrzehnten vergewaltigt hat und die 2024 eine entsprechende Klage gegen ihn gewonnen hat.

Auch hier muss man festhalten: Es gibt keine vergleichbaren Fälle – und definitiv nicht in der jüngeren Geschichte – für derart eklatanten und niederträchtigen Missbrauch der Staatsbefugnisse.

Polizeistaat

Nach Trumps wahnwitziger Abschiebepolitik – in deren Zuge die Regierung mehrmals faktisch versuchte, US-Bürger zu töten, bevor Anfang 2026 tatsächlich zwei Menschen erfolgreich ermordet wurden – bringt sein Ministerium für Innere Sicherheit (DHS) nun weitere unsinnige und chaotische Pläne zur vermeintlichen Eindämmung der Einwanderung auf den Weg. Die jüngsten davon waren die Drohung, alle internationalen Flüge in angeblich linksgerichtete Städte zu streichen, und die Auflage, dass jede Person, die eine Green Card beantragt, das entsprechende Verfahren (das Jahre dauern kann) von ihrem Heimatland aus durchführen muss. Wie so oft ruderte die Regierung aber schnell wieder zurück.

Dennoch wird der innere Polizeistaat, den Trump unter Verweis auf die Migrationspolitik schafft, auf alarmierende Weise weiter ausgebaut. Das DHS bestellte jüngst Hunderte Iris-Scanner, um seine wachsende Sammlung an invasiver Überwachungstechnik zu erweitern; drei Männer wurden wegen Protesten gegen die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE strafrechtlich angeklagt; andere Demonstranten werden von Beamten überwacht und eingeschüchtert. Zeitgleich kommt es zu einer Rekordzahl von Toden in DHS-Gewahrsam. Um diese wenig schmeichelhafte Bilanz zu erreichen, hat die Regierung Ressourcen umgeleitet, weg von der Bekämpfung tatsächlich schwerwiegender Straftaten wie Kinderhandel oder diverser Gewaltverbrechen. Ein starker Rückgang bei der Strafverfolgung solcher Verbrechen ist klar feststellbar.

»Trump lässt sich von dem scheinbar endlosen Fiasko, das er mit dem Irankrieg ausgelöst hat, nicht beirren und heizt die Kriegsmaschinerie in beispielloser Weise weiter an.«

Kash Patel, ehemaliger Podcaster und nun Trumps FBI-Direktor (was an sich schon absurd genug klingt) beunruhigt derweil ihm untergeordnete Beamte mit seinem unberechenbaren Verhalten. So gibt es unter anderem den Vorwurf, er sei häufig betrunken zur Arbeit erschienen. Patel reagierte darauf so ruhig und besonnen, wie er offenbar kann: Er drohte, die Reporterin zu verklagen, die über die Vorfälle berichtet hatte, und strafrechtlich gegen sie ermitteln zu lassen.

Das Schlimme: In gewisser Weise ist dies der am wenigsten beunruhigende Teil von Patels bisheriger Amtszeit. Unter ihm ist das FBI zur Speerspitze von Trumps offenen Bemühungen, künftige Wahlen zu manipulieren, geworden, indem beispielsweise Wahlbeamte in Swing States eingeschüchtert, Stimmzettel und Wählerinformationen aus Wahlbüros beschlagnahmt und die Grundlagen dafür geschaffen werden, einzelne Personen aus den Wählerverzeichnissen zu streichen.

Unterdessen lässt sich Trump von dem scheinbar endlosen Fiasko, das er mit dem Irankrieg ausgelöst hat, nicht beirren und heizt die Kriegsmaschinerie in beispielloser Weise weiter an: Inzwischen ist er für fast 200 Tode verantwortlich, weil unter seinem Kommando weiterhin wahllos Fischerboote in der Karibik in die Luft gejagt werden (während zeitgleich mehr Kokain – der angebliche Grund für die Aktionen auf hoher See – ins Land gelangt als zuvor). Darüber hinaus erwägt Trump immer wieder eine mögliche Invasion Kubas. Dessen Bevölkerung hat er durch eine Ölblockade, von der er sich den Zusammenbruch des kubanischen Systems und der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung auf der Insel erhofft, absichtlich ins Elend gestürzt.

Skandale 

Und dann sind da noch die nicht direkt mit der Politik in Zusammenhang stehenden Dinge, die Trump tut. In jeder anderen Präsidentschaft – man denke nur an die Empörung der Rechten darüber, dass Barack Obama beispielsweise einmal einen beigen Anzug oder einen Fahrradhelm trug, oder an den Aufruhr um Bill Clintons Affäre – würden seine Handlungen zu heftigen politischen Kontroversen führen. Erinnert sei an die Tatsache, dass Trump versucht, die Steuerzahler für seinen Ballsaal bezahlen zu lassen (geschätzte Kosten: eine Milliarde Dollar). Für den Bau hat er sogar bereits einen Teil des Weißen Hauses abgerissen. Veteranen würde er den freien Blick auf den Arlington Cemetery versperren, wenn er seinen protzigen Triumphbogen errichten lässt, der, wie er selbst sagt, nur einer Person gewidmet ist: »mir«.

Oder dass er zu seinem Geburtstag einen Cage Fight auf dem South Lawn vor dem Weißen Haus veranstalten will. Oder dass er sein geplantes Konzert zum 250-jährigen Jubiläum des Landes absagen musste, weil eine ganze Reihe von Künstlern von der ohnehin schon peinlichen C-Promi-Liste abgesagt hatte. Oder dass er versucht, sein eigenes Gesicht auf eine neue 250-Dollar-Note drucken zu lassen.

»Es sind unzählige Skandale, die für andere Menschen das Karriereende bedeuten dürften. Bei Trump ist das ein normaler Dienstag.«

Die schlimmste Korruption in der Geschichte der USA. Ungenierte persönliche Bereicherung um Milliarden. Sich selbst Immunität gewähren, während Feinde mit abstrusesten Begründungen strafrechtlich belangt werden. Verdächtige Details über seine enge Freundschaft mit einem Pädophilen vertuschen. Ein illegaler »Krieg« gegen lateinamerikanische Fischer. Ein möglicherweise alkoholkranker FBI-Direktor, der versucht, Wahlen zugunsten des Präsidenten zu manipulieren. Abriss eines Teils des Weißen Hauses. Und noch einmal: Das sind nur einige der Dinge, die im vergangenen Monat passiert sind.

Fast jeder Satz in diesem Artikel beschreibt etwas, das zu den verrücktesten Dingen gezählt werden kann, die jemals ein US-Präsident getan hat. Es sind unzählige Skandale, die für andere Menschen das Karriereende bedeuten dürften. Bei Trump ist das ein normaler Dienstag. Und: All das scheint die Zustimmungswerte kaum zu beeinflussen, die offenbar weitgehend vom wahrgenommenen Zustand der Wirtschaft bestimmt werden.

Es ist ein ernsthaft rätselhaftes politisch-soziologisches Phänomen. Es wirkt fast so, als hätte Trump uns durch die Flut von Skandalen, Verbrechen und Verfehlungen gegenüber allem abgestumpft oder übersättigt. Selbst für jemanden, der sich beruflich mit Politik beschäftigt, ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Ich kann mir nur vorstellen, wie unmöglich das für den Otto-Normal-Bürger sein muss, für den das Verfolgen der Nachrichten vielleicht nur ein kleiner, nicht besonders angenehmer Teil des Tages ist, den man zwischen Arbeit, Familie und Freizeit abhakt.

Wie dem auch sei; man muss sich fragen: Hat der amtierende Präsident der USA möglicherweise eine neue politische Strategie entwickelt, von der eine zukünftige republikanische Regierung oder andere Kräfte, vielleicht sogar die Linke, lernen können? Oder ist dieser ganze Irrsinn ohne ernsthafte Konsequenzen eine Art »Superkraft«, die nur Donald Trump besitzt?

Branko Marcetic ist Redakteur bei JACOBIN und Autor des Buchs »Yesterday’s Man: The Case Against Joe Biden«. Er lebt in Chicago, Illinois.