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Wie man ein Meme pflanzt

Nur wenige machen sich die Mühe, die Online-Taktiken der Alt-Right zu studieren und für linke Zwecke anzueignen. Der Künstler Joshua Citarella ist die Ausnahme. Im Interview spricht er über Kunstwelten, Internet-Subkulturen und die Meme-Pipeline.

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Wie man ein Meme pflanzt
»In den Jahren 2015 und 2016 saß ich in der ersten Reihe, als das entstand, was wir später als Alt-Right bezeichnen sollten.« Foto © Joshua Citarella

»The Left Can’t Meme« – diese Online-Binsenweisheit, die ursprünglich während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 geprägt wurde, bringt ein langjähriges Kräfteungleichgewicht im digitalen Kampf der Ideen auf den Punkt. Die (extreme) Rechte hat die Kunst der Post-Ironie perfektioniert und verbreitet sie in Form von provokanten Memes und Shitposts im Internet. Dies dient ihr als Mittel, um ihre menschenfeindliche Ideologie zu verbreiten und ihre soziale Basis zu vergrößern. Dabei pflegt sie ein Gefühl der Online-Kameradschaft und spricht gezielt Menschen an, die ihre politische Haltung noch nicht teilen.

Ob Trumps Wahl und Wiederwahl in den USA oder die skurrilen Auftritte von Javier Milei mit seiner Kettensäge in Argentinien – die Ästhetik und auch der Erfolg der heutigen extremen Rechten wären undenkbar ohne das Wachstum nihilistischer Internet-Subkulturen in einer Zeit, in der das soziale Gefüge zunehmend zerschlissen ist und sich immer größere Teile unseres Lebens über Bildschirme vermittelt abspielen.

Während viele Linke angesichts dieses Phänomens weiterhin ratlos den Kopf schütteln, haben zumindest einige wenige versucht, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln und Pionierarbeit bei Strategien zu leisten, um diesen Trend umzukehren. Einer von ihnen ist der Künstler Joshua Citarella, der derzeit den erfolgreichen Podcast Doomscroll hostet. Er sprach mit Jacobin-Kreativdirektorin Andy King über seine Erforschung radikaler politischer Communitys auf Instagram und darüber, warum die Linke seiner Meinung nach das Potenzial der memetischen Kriegsführung weitgehend nicht verstanden, geschweige denn genutzt hat.