Finger weg von Artikel 15!
Union und SPD wollen Ländern verbieten, zu vergesellschaften. Damit greifen sie nicht nur den Berliner Volksentscheid an, sondern auch ein demokratisches Instrument, das weit über den Wohnsektor hinaus Potenzial hat.
Union und SPD wollen Ländern verbieten, zu vergesellschaften. Damit greifen sie nicht nur den Berliner Volksentscheid an, sondern auch ein demokratisches Instrument, das weit über den Wohnsektor hinaus Potenzial hat.
AfD und Linke feiern Wahlerfolge, während die politische Mitte an Zustimmung verliert. Viele Beobachter sehen darin ein Comeback geschlossener Weltanschauungen. Doch entscheidend ist etwas anderes: Wer die Lebenswelt der Menschen anspricht.
Die dauernde Eskalation im Nahen Osten feuert auch die Krise der Lebenshaltungskosten weiter an. Soll die Inflation nicht den Rechten in die Karten spielen, müssen Linke die Verantwortlichen klar benennen.
Spotlight
Die AfD steht vor der Macht – allen Kampagnen »gegen rechts« zum Trotz. Wenn das nicht der Anfang vom Ende sein soll, muss der Antifaschismus neue Wege einschlagen. Unsere aktuelle Ausgabe macht den ersten Schritt.
Wir haben Carolin Amlinger, Richard Seymour, Eva von Redecker und Dylan Riley in einen Signal-Gruppenchat eingeladen, um zu ergründen, warum Rechte überall Kommunismus sehen und wie sie wirklich zur Demokratie stehen.
Der Kulturkampf-Antifaschismus ist gescheitert. Was kann ihn ersetzen?
Nur wenige machen sich die Mühe, die Online-Taktiken der Alt-Right zu studieren und für linke Zwecke anzueignen. Der Künstler Joshua Citarella ist die Ausnahme. Im Interview spricht er über Kunstwelten, Internet-Subkulturen und die Meme-Pipeline.
Der DDR-Antifaschismus wird oft als marxistisch-dogmatisches Symboltheater zur Selbstrechtfertigung dargestellt. Enthält er trotzdem Lehren für heute?
Anton Jäger lehrt Ideengeschichte und politische Theorie an der Universität Oxford und ist Autor des Buches »Hyperpolitik: Extreme Politisierung ohne politische Folgen«.
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Grace Blakeley ist Ökonomin und Autorin mehrerer Bücher, darunter »Stolen: So retten wir die Welt vor dem Finanzkapitalismus« und »Die Geburt der Freiheit aus dem Geist des Sozialismus«.
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Oliver Nachtwey ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel und Co-Autor der Bücher »Gekränkte Freiheit: Aspekte des libertären Autoritarismus« und »Zerstörungslust: Elemente des demokratischen Faschismus«.
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Clara Mattei ist Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of Tulsa, Gründerin von FREE: Forum for Real Economic Emancipation und Autorin von »Die Ordnung des Kapitals«.
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Wolfgang Streeck ist Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. Kürzlich ist sein neues Buch »Gewaltbereit: Essays zur Zeitenwende« erschienen.
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Şeyda Kurt ist Schriftstellerin, Publizistin und Moderatorin. Sie ist Autorin der Bestseller »Radikale Zärtlichkeit« und »Hass«. Gerade erschien ihr erster Roman »Zeit der Monster«.
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Eine alternde Gesellschaft hat höhere Ausgaben für Pflege, Gesundheit und Rente. Das ist an sich aber kein unlösbares Problem. Was wir brauchen? Eine produktive Wirtschaft und eine feministische Offensive, die das Leben ins Zentrum stellt.
In den USA werden immer mehr Menschen in Abschiebelagern festgehalten, oft ohne Straftat und ohne Aussicht auf ein Ende ihrer Haft. Doch die Lager sind kein rein amerikanisches Phänomen. Auch Europa baut ein globales System der Migrationskontrolle aus.
Theresa hat ihren Job gekündigt, weil er sie ausgelaugt hat. Seither hat sie Angst davor, nie einen Beruf zu finden, der ihren Ansprüchen genügt. Şeyda Kurt findet: Das Problem sind nicht die Ansprüche, sondern die Verhältnisse.
Die Regierung macht »Leistungsgerechtigkeit« zum Leitprinzip. Doch wer Menschen nach Leistung sortiert, erklärt sie für unterschiedlich wertvoll – und untergräbt das Ideal der politischen Gleichheit, das Progressive eigentlich verteidigen sollten.
Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt könnte das Ende der schulischen Inklusion bedeuten. Offiziell geht es um »unbeschulbare« Kinder – tatsächlich drohen Segregation und Hausunterricht für alle, die nicht ins Regelschulraster passen.
Der Genozid in Namibia begann nicht erst 1904, sondern mit dem Massaker von Hornkranz. Bis heute verweigert die Bundesrepublik eine echte Aufarbeitung. Stattdessen versucht sie, grüne Kraftwerke auf den Massengräbern der Opfer zu bauen.
Im Jahr 1919 eroberten Sozialisten das Wiener Rathaus und gingen neue Wege, um die dramatische Wohnungsnot in der Stadt zu beheben. Das Rote Wien kann auch heute noch als Inspiration für linke Stadtpolitik dienen.
Heute vor 218 Jahren wurde Wilhelm Weitling geboren. Der Zeitgenosse von Karl Marx wollte mit Bibel und Kommunismus eine gerechte Gesellschaft begründen – sein Werk zeigt, dass Sozialismus und Christentum nicht immer Gegensätze sein müssen.
Heute vor dreißig Jahren wurde Tupac Shakur ermordet. Sein Status als Kulturikone steht außer Frage. Doch Legenden und Mythen rund um sein kurzes Leben überschatten allzu oft seine radikale politische Haltung.
Victor Serge erlebte die großen Revolutionen seiner Zeit und starb mit 56 im mexikanischen Exil. Geprägt von Hoffnung und Verzweiflung, können sein Leben und seine Arbeit uns heute dabei helfen, Europas turbulentes 20. Jahrhundert zu verstehen.
Der Rückhalt für die traditionellen Volksparteien ist so schwach wie noch nie. Im Interview erklärt Politikwissenschaftler Tarik Abou-Chadi, warum die AfD von dieser Dynamik so stark profitiert und was linke Parteien seiner Meinung nach anders machen müssen, um den Trend aufzuhalten.
Die Linke hat sich das Wort »böse« abgewöhnt, die Rechte nutzt Moral dafür umso lieber. Susan Neiman warnt: Wer auf moralische Sprache verzichtet, überlässt das Feld denen, die sie für unmoralische Ziele einsetzen.
Chinas Internet war einmal relativ offen. Heute ist es ein streng kontrolliertes Ökosystem, das für Menschen im Westen eine weitgehend unbekannte Welt ist. Aber das heißt nicht, dass das westliche Internet »frei« und das chinesische »autoritär« ist.
Cedric J. Robinsons »Black Marxism« gilt als Meilenstein der antirassistischen Theorie. Doch der marxistische Historiker August Nimtz widerspricht dessen Analyse von Rassismus, Klasse und Revolution. Im Interview erklärt er, warum.
Rainer Mühlhoffs Bestseller warnt vor einem neuen KI-Faschismus im Silicon Valley. Doch wer Cyberlibertarismus und Neoreaktion in einen Topf wirft, erklärt nicht, warum die Tech-Elite wirklich nach rechts rückt.