Sachsen-Anhalt, aber zentral
Durch die AfD ist Sachsen-Anhalt so wichtig wie noch nie. Linke müssen sich fragen, warum nicht sie es sind, die hier machtlosen Menschen zu politischer Geltung verhelfen.
Durch die AfD ist Sachsen-Anhalt so wichtig wie noch nie. Linke müssen sich fragen, warum nicht sie es sind, die hier machtlosen Menschen zu politischer Geltung verhelfen.
Marko fragt sich, ob er eine Freundschaft retten kann, die nur noch aus nächtelangem Trinken statt gegenseitiger Fürsorge besteht. Şeyda Kurt findet: In Zeiten der Vereinzelung verdient ein Freund noch eine nüchterne Chance.
Fernando Cerimedo baute von Argentinien bis Honduras die Desinformationsmaschinerie der radikalen Rechten auf – unterstützt durch Geld und Technik aus Donald Trumps Gefolge. Nun sitzt er wegen Anstiftung zum Mord im Gefängnis.
Spotlight
Jahrzehntelang verteidigten die etablierten Parteien die Fünf-Prozent-Hürde als Schutz vor einer Zersplitterung des Parlaments. Jetzt könnte sie ausgerechnet ihnen den Einzug in den Landtag verwehren – und der AfD zur Alleinregierung verhelfen.
Statt Besonnenheit nach dem Drohnen-Zwischenfall in Leipzig dreht Europa weiter an der Eskalationsspirale. Viele Entscheidungsträger halten den Krieg mit Russland längst für nötig. Aufhalten können ihn nur die Bürger Europas.
Friedrich Merz wollte die Union nach den Merkel-Jahren wirtschaftsliberaler, konservativer und führungsstärker machen. Jetzt steht er vor den Trümmern seiner Kanzlerschaft – denn dieser Kurs führt nicht zu Prosperität, sondern nur zu weiterem Abstieg.
Die Linke führt in Berlin die Umfragen an – doch statt diesen Höhenflug zu nutzen, entschuldigt sich die Parteispitze für den Auftritt des Rappers Dahabflex in Neukölln. Wer sich von der Presse treiben lässt, droht sein Momentum zu verlieren.
Der demokratische Kapitalismus steckt in der Polykrise – Bahn, Schulen und Wohnungen verfallen, weil der Staat pleite ist. Brandmauern gegen die AfD ändern daran wenig. Es braucht nicht einfach eine Offensive gegen rechts, sondern auch gegen das Kapital.
Die AfD steht vor der Macht – allen Kampagnen »gegen rechts« zum Trotz. Wenn das nicht der Anfang vom Ende sein soll, muss der Antifaschismus neue Wege einschlagen. Unsere aktuelle Ausgabe macht den ersten Schritt.
Der Kulturkampf-Antifaschismus ist gescheitert. Was kann ihn ersetzen?
Die moderne westliche Kriegsführung wird uns als »präzise« verkauft. Doch ihre zahlreichen zivilen Opfer sehen das anders. Wir haben mit Überlebenden im Irak gesprochen.
Die Kampagnenorganisation Campact sammelt Millionen, um damit Wahlkampf gegen die AfD zu machen. Der Plan könnte aufgehen. Doch demokratisch ist das nicht.
Widerstand gegen Unterdrückung beginnt damit, dass Menschen ihre eigenen Erfahrungen kritisch reflektieren. Was geschieht mit solchen Kämpfen, wenn wir unsere Urteilskraft an KI-Systeme auslagern?
Die Mitglieder der größten Automobilgewerkschaft in Nordamerika stimmen derzeit über ihre Führungsspitze ab. Dabei wird sich auch entscheiden, ob Präsident Shawn Fain seinen kämpferischen Reformkurs fortsetzen kann.
Tech-Giganten meinten, ihre KI-Rechenzentren hinbauen zu können, wo sie wollen. Doch jetzt regt sich breiter Widerstand – über politische Lager hinweg.
Trotz der Kritik an Gianni Infantinos Plänen, Anteile an der WM zu veräußern, ist das Prinzip auf nationaler Ebene längst Alltag: Private-Equity-Firmen kaufen Fußballclubs auf, strukturieren sie um und veräußern sie für maximale Rendite weiter.
Der Kolonialismus prägt auch heute noch die globale Wirtschaftsordnung. Im Gespräch über sein neues Buch »Neokolonialer Kapitalismus« erklärt Robin Jaspert, wie durch Verschuldung koloniale Beziehungen fortgeführt werden.
James K. Galbraith gilt als einer der einflussreichsten heterodoxen Ökonomen der USA. Im ausführlichen Gespräch erklärt er, wie die neoklassische Wirtschaftsorthodoxie das politische Denken in den USA in allen Bereichen verzerrt – von Inflation über die Handelspolitik bis hin zur Geburtenkrise.
Anton Jäger lehrt Ideengeschichte und politische Theorie an der Universität Oxford und ist Autor des Buches »Hyperpolitik: Extreme Politisierung ohne politische Folgen«.
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Grace Blakeley ist Ökonomin und Autorin mehrerer Bücher, darunter »Stolen: So retten wir die Welt vor dem Finanzkapitalismus« und »Die Geburt der Freiheit aus dem Geist des Sozialismus«.
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Oliver Nachtwey ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel und Co-Autor der Bücher »Gekränkte Freiheit: Aspekte des libertären Autoritarismus« und »Zerstörungslust: Elemente des demokratischen Faschismus«.
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Clara Mattei ist Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of Tulsa, Gründerin von FREE: Forum for Real Economic Emancipation und Autorin von »Die Ordnung des Kapitals«.
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Wolfgang Streeck ist Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. In Kürze erscheint sein neues Buch »Gewaltbereit: Essays zur Zeitenwende«.
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Şeyda Kurt ist Schriftstellerin, Publizistin und Moderatorin. Sie ist Autorin der Bestseller »Radikale Zärtlichkeit« und »Hass«. Gerade erschien ihr erster Roman »Zeit der Monster«.
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Die Vermögensungleichheit war zu abstrakt, um daran Gerechtigkeitsfragen zu verhandeln. Der neue Staubsauger des syrischen Nachbarn dagegen greifbar. Erinnerungen an ein Praktikum bei einer Tafel in Sachsen-Anhalt.
Ein verstörender Bericht über den mutmaßlichen Sexhandel eines Anhängers von Andrew Tate zeigt, wofür seine Weltanschauung steht: eine brutale Geschlechterhierarchie, in der Frauen maßlos ausgebeutet werden, während die meisten Männer zum Leben als »gescheiterte Loser« verdammt sind.
Rechte Politiker machten aus dem CSD-Anschlag sofort eine Migrationsdebatte. Dabei haben islamischer und weißer Nationalismus mehr gemeinsam, als die Öffentlichkeit wahrhaben will: Sie richten sich gegen dieselben Gruppen – vor allem gegen Queers.
Zum Training brauchen palästinensische Sportler oft Stunden statt Minuten. Doch nicht Checkpoints allein bremsen sie – die Besatzung durchdringt jeden Winkel ihres Alltags und macht Fußball zum Akt des Widerstands.
Am Sozialismus wird gebaut – auf einem Desktop ganz in deiner Nähe.
Victor Serge erlebte die großen Revolutionen seiner Zeit und starb mit 56 im mexikanischen Exil. Geprägt von Hoffnung und Verzweiflung, können sein Leben und seine Arbeit uns heute dabei helfen, Europas turbulentes 20. Jahrhundert zu verstehen.
Jahrzehntelang schrieb Dolly Parton über Armut, harte Arbeit und den trotzigen Stolz von arbeitenden Frauen. Die Linke sollte sich ein Beispiel an der nun verstorbenen Country-Sängerin nehmen.
Der Kolonialismus prägt auch heute noch die globale Wirtschaftsordnung. Im Gespräch über sein neues Buch »Neokolonialer Kapitalismus« erklärt Robin Jaspert, wie durch Verschuldung koloniale Beziehungen fortgeführt werden.
Im Sommer 1936 startete Francisco Franco seinen Putsch gegen die Spanische Republik. Der antifaschistische Widerstand entwickelte sich in den republikanisch kontrollierten Gebieten zu einer sozialen Revolution, die die Macht der Kapitalisten und Großgrundbesitzer herausforderte.
Als »Die Schlacht um Algier« vor 60 Jahren bei den Filmfestspielen von Venedig gezeigt wurde, blieb die französische Delegation fern. Der unmittelbar nach dem algerischen Befreiungskrieg gedrehte Film von Gillo Pontecorvo hat bis heute nichts von seiner politischen Bedeutung eingebüßt.
Faschismus und Liberalismus gelten als absolute Gegensätze. Doch die Laufbahnen ordoliberaler Ökonomen im Nationalsozialismus zeichnen ein anderes Bild.
Während die US-Hegemonie wankt und eine neue Weltordnung entsteht, argumentiert der marxistische Ökonom Richard Wolff, dass der Kapitalismus in eine neue Ära historischer Umbrüche eintritt – und eine sozialistische Alternative dadurch wieder sichtbar wird.
Der Philosoph Günther Anders warnte schon vor einem halben Jahrhundert, die Erforschung des Weltalls dürfe nicht der Konzentration von Macht und Reichtum auf der Erde dienen.
Frank Deppe hat als einer der Hauptvertreter der marxistischen Marburger Schule in den 1980ern zu Machiavelli geforscht. Im Interview spricht er darüber, was es über unsere Zeit aussagt, dass der »Lehrer des Bösen« wieder vermehrt gelesen wird.
CDU und CSU übernehmen Positionen der AfD. Aber das gehört leider zum Standardrepertoire konservativer Parteien. Diese Entwicklung unter »Faschisierung« zu fassen, überstrapaziert den Begriff und erschwert die Analyse der Gegenwart.