Steuersenkungen sind schlechte Sozialpolitik
Lars Klingbeils Einkommensteuerreform ist nicht einfach nur kein großer Wurf. Der Fehler steckt schon in der Vorstellung, Steuervergünstigungen wären ein sinnvoller Ersatz für Sozialleistungen.
Lars Klingbeils Einkommensteuerreform ist nicht einfach nur kein großer Wurf. Der Fehler steckt schon in der Vorstellung, Steuervergünstigungen wären ein sinnvoller Ersatz für Sozialleistungen.
Populismus bespielt bestehende Mehrheitsmeinungen, ob zu Frieden, Mieten oder Migration, tut sich aber schwer damit, neue Mehrheiten zu erzeugen. Um Meinungen zu ändern – und echtes Klassenbewusstsein herzustellen – sind andere Mittel nötig.
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat die erste Kommunalbehörde in den USA geschaffen, die ausdrücklich Arbeitnehmer bei der gewerkschaftlichen Organisierung unterstützt. Im Interview mit Jacobin beschreibt er seine Pläne und Wünsche für das neue Amt.
Spotlight
Die AfD steht vor der Macht – allen Kampagnen »gegen rechts« zum Trotz. Wenn das nicht der Anfang vom Ende sein soll, muss der Antifaschismus neue Wege einschlagen. Unsere aktuelle Ausgabe macht den ersten Schritt.
Wir haben Carolin Amlinger, Richard Seymour, Eva von Redecker und Dylan Riley in einen Signal-Gruppenchat eingeladen, um zu ergründen, warum Rechte überall Kommunismus sehen und wie sie wirklich zur Demokratie stehen.
Sozialabbau macht mehr als nur das Leben schwerer. Die Verdrängung aus sozialen Sicherungssystemen in die private Vorsorge soll die Basis für kollektives politisches Bewusstsein auflösen.
Er bekämpfte den Faschismus erst im italienisch besetzten Äthiopien, dann als Partisan in Italien selbst und schließlich als Teil der alliierten Streitkräfte in Deutschland: Die Geschichte von Abdisa Aaga ist einzigartig und zugleich beispielhaft.
Am Sozialismus wird gebaut – auf einem Desktop ganz in deiner Nähe.
Die Mitglieder der größten Automobilgewerkschaft in Nordamerika stimmen derzeit über ihre Führungsspitze ab. Dabei wird sich auch entscheiden, ob Präsident Shawn Fain seinen kämpferischen Reformkurs fortsetzen kann.
Trotz der Kritik an Gianni Infantinos Plänen, Anteile an der WM zu veräußern, ist das Prinzip auf nationaler Ebene längst Alltag: Private-Equity-Firmen kaufen Fußballclubs auf, strukturieren sie um und veräußern sie für maximale Rendite weiter.
Der Kolonialismus prägt auch heute noch die globale Wirtschaftsordnung. Im Gespräch über sein neues Buch »Neokolonialer Kapitalismus« erklärt Robin Jaspert, wie durch Verschuldung koloniale Beziehungen fortgeführt werden.
James K. Galbraith gilt als einer der einflussreichsten heterodoxen Ökonomen der USA. Im ausführlichen Gespräch erklärt er, wie die neoklassische Wirtschaftsorthodoxie das politische Denken in den USA in allen Bereichen verzerrt – von Inflation über die Handelspolitik bis hin zur Geburtenkrise.
Venture Capital flutet die Verteidigungsindustrie und die Sprache des Silicon Valley durchdringt immer häufiger die Kriegsführung. Wer hier »gewinnen« will, möchte Profit machen – auch auf Kosten des Friedens.
Anton Jäger lehrt Ideengeschichte und politische Theorie an der Universität Oxford und ist Autor des Buches »Hyperpolitik: Extreme Politisierung ohne politische Folgen«.
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Grace Blakeley ist Ökonomin und Autorin mehrerer Bücher, darunter »Stolen: So retten wir die Welt vor dem Finanzkapitalismus« und »Die Geburt der Freiheit aus dem Geist des Sozialismus«.
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Oliver Nachtwey ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel und Co-Autor der Bücher »Gekränkte Freiheit: Aspekte des libertären Autoritarismus« und »Zerstörungslust: Elemente des demokratischen Faschismus«.
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Clara Mattei ist Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of Tulsa, Gründerin von FREE: Forum for Real Economic Emancipation und Autorin von »Die Ordnung des Kapitals«.
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Wolfgang Streeck ist Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. Kürzlich ist sein neues Buch »Gewaltbereit: Essays zur Zeitenwende« erschienen.
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Şeyda Kurt ist Schriftstellerin, Publizistin und Moderatorin. Sie ist Autorin der Bestseller »Radikale Zärtlichkeit« und »Hass«. Gerade erschien ihr erster Roman »Zeit der Monster«.
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Deutsche Hochschulen pflegen zig Kooperationen mit israelischen Institutionen, aus denen Kriegstechnologie hervorgeht. Akademischer Boykott ist deshalb keine symbolische Geste, sondern der wirksamste Hebel gegen diesen akademisch-militärischen Komplex.
Marko fragt sich, ob er eine Freundschaft retten kann, die nur noch aus nächtelangem Trinken statt gegenseitiger Fürsorge besteht. Şeyda Kurt findet: In Zeiten der Vereinzelung verdient ein Freund noch eine nüchterne Chance.
Die Vermögensungleichheit war zu abstrakt, um daran Gerechtigkeitsfragen zu verhandeln. Der neue Staubsauger des syrischen Nachbarn dagegen greifbar. Erinnerungen an ein Praktikum bei einer Tafel in Sachsen-Anhalt.
Ein verstörender Bericht über den mutmaßlichen Sexhandel eines Anhängers von Andrew Tate zeigt, wofür seine Weltanschauung steht: eine brutale Geschlechterhierarchie, in der Frauen maßlos ausgebeutet werden, während die meisten Männer zum Leben als »gescheiterte Loser« verdammt sind.
Rechte Politiker machten aus dem CSD-Anschlag sofort eine Migrationsdebatte. Dabei haben islamischer und weißer Nationalismus mehr gemeinsam, als die Öffentlichkeit wahrhaben will: Sie richten sich gegen dieselben Gruppen – vor allem gegen Queers.
Victor Serge erlebte die großen Revolutionen seiner Zeit und starb mit 56 im mexikanischen Exil. Geprägt von Hoffnung und Verzweiflung, können sein Leben und seine Arbeit uns heute dabei helfen, Europas turbulentes 20. Jahrhundert zu verstehen.
Jahrzehntelang schrieb Dolly Parton über Armut, harte Arbeit und den trotzigen Stolz von arbeitenden Frauen. Die Linke sollte sich ein Beispiel an der nun verstorbenen Country-Sängerin nehmen.
Der Kolonialismus prägt auch heute noch die globale Wirtschaftsordnung. Im Gespräch über sein neues Buch »Neokolonialer Kapitalismus« erklärt Robin Jaspert, wie durch Verschuldung koloniale Beziehungen fortgeführt werden.
Im Sommer 1936 startete Francisco Franco seinen Putsch gegen die Spanische Republik. Der antifaschistische Widerstand entwickelte sich in den republikanisch kontrollierten Gebieten zu einer sozialen Revolution, die die Macht der Kapitalisten und Großgrundbesitzer herausforderte.
Als »Die Schlacht um Algier« vor 60 Jahren bei den Filmfestspielen von Venedig gezeigt wurde, blieb die französische Delegation fern. Der unmittelbar nach dem algerischen Befreiungskrieg gedrehte Film von Gillo Pontecorvo hat bis heute nichts von seiner politischen Bedeutung eingebüßt.
Rainer Mühlhoffs Bestseller warnt vor einem neuen KI-Faschismus im Silicon Valley. Doch wer Cyberlibertarismus und Neoreaktion in einen Topf wirft, erklärt nicht, warum die Tech-Elite wirklich nach rechts rückt.
Faschismus und Liberalismus gelten als absolute Gegensätze. Doch die Laufbahnen ordoliberaler Ökonomen im Nationalsozialismus zeichnen ein anderes Bild.
Während die US-Hegemonie wankt und eine neue Weltordnung entsteht, argumentiert der marxistische Ökonom Richard Wolff, dass der Kapitalismus in eine neue Ära historischer Umbrüche eintritt – und eine sozialistische Alternative dadurch wieder sichtbar wird.
Der Philosoph Günther Anders warnte schon vor einem halben Jahrhundert, die Erforschung des Weltalls dürfe nicht der Konzentration von Macht und Reichtum auf der Erde dienen.
Frank Deppe hat als einer der Hauptvertreter der marxistischen Marburger Schule in den 1980ern zu Machiavelli geforscht. Im Interview spricht er darüber, was es über unsere Zeit aussagt, dass der »Lehrer des Bösen« wieder vermehrt gelesen wird.