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Die vielen Opfer des »chirurgischen Krieges«

Die moderne westliche Kriegsführung wird uns als »präzise« verkauft. Doch ihre zahlreichen zivilen Opfer sehen das anders. Wir haben mit Überlebenden im Irak gesprochen.

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Die vielen Opfer des »chirurgischen Krieges«
Omar Ahmad Abdallah al-Dschamili in seinem Zuhause in Al-Hawidscha. Fotos © Jaclynn Ashly

Omar Ahmad Abdallah al-Dschamili kann seinen Mund nicht vollständig öffnen. Sein Ohr ist verstümmelt, sein Gesicht mit Narben übersät. Seine Haut wurde transplantiert und neu über die Gesichtsknochen gespannt – in mehreren OPs in Amsterdam, der Hauptstadt des Landes, dessen Luftwaffe den Jungen wortwörtlich in Brand gesetzt hatte.

Am 2. Juni 2015 war Omar vier Jahre alt. In dieser Nacht bombardierten niederländische F-16-Kampfflieger unter Nutzung von Informationen der USA eine vom sogenannten Islamischen Staat kontrollierte Waffenfabrik im nordirakischen Al-Hawidscha. Eine Sekundärexplosion, ausgelöst durch Zehntausende Kilogramm selbst hergestellter Sprengstoffe in den Lagerhallen, erzeugte eine Feuerwand, die durch die umliegenden Stadtviertel fegte.