Schon bevor Gillo Pontecorvos Die Schlacht um Algier am 31. August 1966 bei den Filmfestspielen von Venedig offiziell Premiere feiern sollte, hatte er für großes Aufsehen gesorgt. Die Jury unter dem Vorsitz des italienischen Schriftstellers Giorgio Bassani verlieh dem Film den Goldenen Löwen, den Hauptpreis des Festivals, »für den Mut, mit dem ein so schwieriges und höchst kontroverses historisches und politisches Thema angegangen wird, beziehungsweise für die Entschlossenheit, mit der es gelungen ist, ein solches Thema zu meistern«. Neben diesem Lob stieß der Film jedoch auch auf viel Gegenwind, der noch lange nach dem Kinostart anhalten sollte.
Die Delegation der französischen Regierung in Venedig weigerte sich, sowohl an der Vorführung als auch an der Preisverleihung zum Ende des Festivals teilzunehmen. Der leitende Vertreter Frankreichs, der Beamte und Autor Philippe Erlanger, stellt unmissverständlich klar: »Wir interpretieren die Berücksichtigung dieses Films beim Festival als ein Zeichen der Feindseligkeit gegenüber Frankreich.« Französische Filmkritiker sahen den Streifen zwar, äußerten sich aber größtenteils ebenfalls negativ. So schrieb Yvonne Baby in Le Monde: »Gillo Pontecorvo begeht den Fehler – mit irritierender Intensität (zu der die Musik wesentlich beiträgt) –, den Heroismus der algerischen Kämpfer zu betonen und ständig in Nahaufnahmen und in einem tragischen Zwielicht angespannte, gequälte Gesichter zu filmen, deren Mienen […] aber keinerlei Emotionen hervorrufen.« Frankreich war vier Jahre nach dem demütigenden Rückzug aus dem nordafrikanischen Land offenbar noch nicht bereit, den Algerienkrieg zu debattieren und zu verarbeiten.