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ICE steht für den Aufstieg einer globalen Lagergesellschaft

In den USA werden immer mehr Menschen in Abschiebelagern festgehalten, oft ohne Straftat und ohne Aussicht auf ein Ende ihrer Haft. Doch die Lager sind kein rein amerikanisches Phänomen. Auch Europa baut ein globales System der Migrationskontrolle aus.

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ICE steht für den Aufstieg einer globalen Lagergesellschaft
Nachdem ein Mensch in ICE-Gewahrsam gestorben war, versammelten sich Protestierende vor dem Lager. Bild: Anadolu Agency

Von einem »Sommer der Grausamkeit« in den USA hat der New Yorker Journalist Adrian Carrasquillo im September gesprochen. Die straffreie Tötung von Renée Good und Alex Pretti durch Agenten der Abschiebepolizei ICE und der Border Patrol im Januar 2026 in Minneapolis sowie die anschließende gigantische Streik- und Protestbewegung beendeten zwar eine erste Phase der Massenabschiebungen. Aber die Jagd auf irgendwie »abschiebbar« aussehende Einwohner geht weiter. Sie ist lediglich leiser geworden. Menschen werden in Gerichtssälen während laufender Asylverfahren oder aus Krankenhäusern gekidnappt. Oder sie werden festgenommen, weil die humanitären Schutzprogramme, die Menschen aus Afghanistan, Äthiopien, Haiti oder Sudan eine gewisse Sicherheit gaben, plötzlich aufgekündigt wurden.