In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der Feudalismus in Russland zu Ende ging und das Zarenreich ins Wanken geriet, fasste der große Schriftsteller Nikolai Tschernyschewski die wachsenden Sorgen und Ängste seiner Zeit zusammen. Sein 1863 erschienener Roman Was tun? enthielt eine sozialistische Antwort. Vierzig Jahre später trat allerdings ein Raubtierkapitalismus auf den Plan, um den russischen Feudalismus zu ersetzen. Die früheren Leibeigenen begannen zu begreifen, dass sie der alten Ausbeutung nicht entkommen waren, wie sie es sich erhofft und erträumt hatten. Stattdessen litten sie als Industriearbeiter unter einer neuen Form der Ausbeutung.
Richard Wolff: Die Linke hat 2026 eine echte Chance
Während die US-Hegemonie wankt und eine neue Weltordnung entsteht, argumentiert der marxistische Ökonom Richard Wolff, dass der Kapitalismus in eine neue Ära historischer Umbrüche eintritt – und eine sozialistische Alternative dadurch wieder sichtbar wird.
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