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Die Linke muss das Wort »böse« lernen

Die Linke hat sich das Wort »böse« abgewöhnt, die Rechte nutzt Moral dafür umso lieber. Susan Neiman warnt: Wer auf moralische Sprache verzichtet, überlässt das Feld denen, die sie für unmoralische Ziele einsetzen.

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Die Linke muss das Wort »böse« lernen
Nennen wir es böse ist das neueste Buch der US-amerikanischen Philosophin Susan Neiman. Bild: IMAGO / Metodi Popow

Wer eine Woche lang konsequent die Nachrichten aus Washington verfolgt, dem gehen schnell die üblichen Vokabeln aus, um zu kritisieren, was dort geschieht. Begriffe wie »autoritär« und »illiberal« mögen einen Regierungsstil beschreiben. Sie sagen aber weit weniger darüber aus, wie es ist, mitanzusehen, wenn eine Regierung sich schamlosem Sadismus hingibt und grausame Gewalt nur um ihrer selbst willen ausübt. Es gibt ein Wort, das besser passt. Doch viele auf der Linken haben sich abgewöhnt, es zu verwenden: »böse«.