Prophet ohne Vision
Michel Houellebecq schreibt fatalistische Romane über den Zerfall unserer Gesellschaft. Doch aus seiner Desillusionierung mit dem Kapitalismus findet der härteste Kritiker des westlichen Liberalismus keinen Ausweg.
Michel Houellebecq schreibt fatalistische Romane über den Zerfall unserer Gesellschaft. Doch aus seiner Desillusionierung mit dem Kapitalismus findet der härteste Kritiker des westlichen Liberalismus keinen Ausweg.
Deutschland streitet über den Islam. Dabei ist es ganz einfach: Religionskritik und Religionsfreiheit müssen geschützt werden.
Ein neuer Trend möchte den Feminismus niedlicher machen. Er ist Symptom einer Gesellschaft, die die Hoffnung aufgegeben hat, dass es wirklich anders gehen könnte.
In seinem neuen Buch »Moralische Ambition« möchte uns der Historiker Rutger Bregman erklären, wie man mit dem richtigen Mindset die Welt verändert. Sein Plädoyer für einen moralischen Individualismus entpuppt sich jedoch als narzisstische Sehnsucht nach großen Helden.
In den 1970ern kam es in den Arbeitervierteln von New York zur musikalischen Revolution: Rap, Salsa und Punk entstanden. Doch im Laufe der 1980er zerstörten Gentrifizierung und Immobilienspekulation die Bedingungen, die das Entstehen dieser Szenen ermöglicht hatten.
Alle reden über Klasse, doch niemand redet mit der Klasse. Die Gewerkschaftssekretärin Katja Barthold und die Journalistin Nina Scholz wollen das ändern. In ihrem neuen Podcast »Klassenfrage« kommen diejenigen zu Wort, die Arbeitskämpfe führen: Beschäftigte und Aktivisten.
Beflügelt vom Zukunftsoptimismus eines neuen Deutschlands entwarf die DDR ihre eigene Science Fiction: den »utopischen Film«. Doch mit der politischen Versteinerung versiegte auch der Zukunftswille dieses Genres.
Auf der Art Basel treffen sich die Reichsten der Reichen. Ich habe für sie gearbeitet.
Ton Steine Scherben haben der 68er-Bewegung ihre Hymnen geschrieben. Entnervt von der Politszene zog die Band irgendwann aufs Land – und produzierte Eso-Musik.
Die hitzigen Debatten um das Gendern reißen nicht ab. Rechte Identitäre und linke Identitäre empören sich jeweils um den Sprachgebrauch der Gegenseite. Die Auseinandersetzung mit der Geschlechtergerechtigkeit wird dadurch zu einem Streit um Kommunikationsstile degradiert.
Studio Ghibli ist eher Anti-Disney als japanisches Pendant: Die in Japans kommunistischer Bewegung politisierten Animatoren feiern menschliche Arbeit und Solidarität gegen Krieg und Kapitalismus.
Das Konzept der »Wokeness« ist zu einem Kampfbegriff geworden. Seine Befürworter verstehen darunter den Einsatz für Solidarität und Gerechtigkeit. Die Philosophin Susan Neiman meint hingegen, »Wokeness« sei mit progressiven Denktraditionen nicht vereinbar.