Wer Frauen vergisst, kann die Revolution vergessen
Im Krisenjahr 1923 wurde Deutschland von einer revolutionären Stimmung erfasst. Die treibende Kraft dahinter waren Frauen. Doch ihre Belange blieben ungehört – und der deutsche Oktober verpuffte.
Aktuelle Artikel, Analysen und Debatten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Geschichte und Ideen bei Jacobin.
Im Krisenjahr 1923 wurde Deutschland von einer revolutionären Stimmung erfasst. Die treibende Kraft dahinter waren Frauen. Doch ihre Belange blieben ungehört – und der deutsche Oktober verpuffte.
Die Migrationspolitik bekämpft nicht Migration, sondern die Rechte migrierter Menschen – zur Freude des Kapitals, das mit prekärer Arbeitskraft versorgt wird. Dass vor allem diese Ausnutzung von Einwanderern verhindert werden muss, wusste schon der Sozialistenkongress von 1907.
Die Klimastrategie, Staat und Eliten aufzurufen, auf die Wissenschaft zu hören, ist an ihre Grenzen gestoßen. Ohne die gesellschaftliche Macht und das technische Know-how der Arbeiterschaft wird es keine Transformation geben.
Politiker ohne Visionen, die dauerhaft Mehrheiten überzeugen könnten, und zugleich Protestbewegungen ohne echte Gegenentwürfe – diese ausweglose Lage prägt den postsowjetischen Raum seit den 1990ern, in zunehmendem Maße aber auch den Westen.
Eine Linke ohne Fortschritt ist eine Linke ohne Zukunft.
Der erste Vorsitzende des DGB verkörperte die Arbeiterbewegung auf halbem Wege zwischen Emanzipation und Integration – als sie schon institutionell eingebunden war, aber auch noch weitreichende Ambitionen hatte.
Keine Gesellschaft ist ohne Revolution dem Sozialismus so nahe gekommen wie Schweden. Am Ende reichte es nicht. Doch immerhin war das Land für eine Weile das wohl lebenswerteste auf der Erde.
Unbegrenzte Rüstungsausgaben leiten heute mehr Arbeitskraft in die Produktion von Waffen um. Doch es geht auch umgekehrt: Vor fünfzig Jahren legten britische Arbeiter einen Plan vor, den Rüstungskonzern Lucas Aerospace in ein sozial nützliches Unternehmen umzuwandeln.
Als Linke können wir unserer Vergangenheit nicht entkommen. Doch es reicht nicht, unsere Geschichte nur zu kennen: Wenn wir sie nicht mit Leben füllen, verliert sie ihre Kraft. Zehn Gründe für ein neues Erinnern an alte Kämpfe.
Die Klimakrise spitzt sich zu, doch die Dekarbonisierung stockt – blockiert von den Interessen der fossilen Industrie. Technologische Lösungen wie Geoengineering könnten den Klimawandel bremsen, sind aber riskant. Sind sie die letzte Option, die uns noch bleibt?
Deutschlands staatliche Erinnerungskultur entstand nicht aus moralischen, sondern aus geopolitischen Erwägungen. Was bis heute fehlt, ist eine ehrliche historische Aufarbeitung, die sich den Opfern des Nationalsozialismus und nicht dem deutschen Eigeninteresse verpflichtet fühlt.
Trumps radikale Zollpolitik sorgt weltweit für wirtschaftliches Chaos. Die »guten alten Zeiten« des uneingeschränkten Freihandels sollte man sich deswegen aber nicht zurückwünschen.