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Schulden für die Armen, Sozialhilfe für die Banken

Immer mehr Menschen müssen sich verschulden, um alltägliche Rechnungen zu bezahlen. Und immer öfter sichern staatliche Sozialleistungen vor allem die Kredite der Gläubiger ab. Heute mehr denn je ist Verschuldung das Lebenselixier des Kapitalismus.

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Menschen besuchen die Serasa-Limpa-Nome-Schuldenmesse in São Paulo, Brasilien.
In Brasilien ziehen Messen wie die Serasa Limpa Nome massenhaft verschuldete Menschen an, die rabattiert ihre »Namen reinwaschen« wollen. Bild: IMAGO / TheNews2

In den letzten fünfzehn Jahren hat sich die öffentliche Verschuldung der Länder des Globalen Südens vervierfacht und die Marke von 32.200 Milliarden Dollar erreicht. Ein Großteil dieser Schulden wird von Gläubigern und Finanzinstituten des Globalen Nordens gehalten. Laut dem neuesten International Debt Report haben diese Länder zwischen 2022 und 2024 für den Schuldendienst 741 Milliarden Dollar mehr gezahlt, als sie an neuer Finanzierung erhalten haben – das größte Gefälle der letzten fünfzig Jahre. In Südafrika beispielsweise werden etwa 22 Prozent der Steuereinnahmen durch Zinszahlungen aufgebraucht. Dieser Anteil ist doppelt so hoch wie jener, der für Schulen und Krankenhäuser bestimmt ist.