Fünf Illusionen, die uns gefangen halten
Der Kapitalismus ist weder natürlich noch freiheitlich. Wollen wir uns wirklich emanzipieren, müssen wir mit einer Reihe falscher Vorstellungen brechen.
Clara Mattei ist Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of Tulsa, Gründerin von FREE: Forum for Real Economic Emancipation und Autorin von »Die Ordnung des Kapitals«.
Der Kapitalismus ist weder natürlich noch freiheitlich. Wollen wir uns wirklich emanzipieren, müssen wir mit einer Reihe falscher Vorstellungen brechen.
Kürzungen beim Sozialstaat, grenzenlose Rüstungsausgaben und private Profite mit der Zerstörung von Leben – bis hin zum Völkermord – sind keine isolierten Fakten, sondern haben System.
1919 war Großbritannien kurz davor, seine Kohleindustrie in demokratische Verwaltung durch die Bergarbeiter zu übergeben. Doch die Erfindung der Austerität verhinderte den gesellschaftlichen Aufbruch. Ein Auszug aus »Die Ordnung des Kapitals« von Clara Mattei.
Clara Mattei, Expertin für die Geschichte von Austerität und Faschismus, spricht über Javier Mileis Kettensäge, Elon Musks ausgestreckten Arm, Aufrüstung an der Schuldenbremse vorbei und Alternativen zur Kürzungspolitik.
Viele wirtschaftswissenschaftliche Institute halten sklavisch an den Dogmen des freien Marktes fest. Ein neues Forschungszentrum will dem ein Ende setzen und Ökonomen ausbilden, die sich weigern, ein System zu verteidigen, das nur wenigen dient.
Austerität ist nicht einfach nur »schlechte Politik«. Sie ist ein hundert Jahre altes Projekt, um die Demokratie in dem Bereich zu untergraben, der unser Leben am stärksten beeinflusst.
Benito Mussolini hat der modernen Sparpolitik den Weg bereitet und die Arbeiterbewegung unterdrückt. Liberale Ökonomen im In- und Ausland bewunderten ihn dafür.