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Als rumänische Studenten für einen demokratischen Sozialismus kämpften

Vor 70 Jahren forderten rumänische Studenten Arbeiterselbstverwaltung, Meinungsfreiheit und den Abzug sowjetischer Truppen. Sie wollten den Sozialismus demokratisch erneuern, nicht beseitigen – doch die Staatsmacht schlug die Revolte brutal nieder.

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Als rumänische Studenten für einen demokratischen Sozialismus kämpften
Die rumänische Staats- und Parteiführung, 1952. Bild: Fototeca online a comunismului românesc, cota 351/1952

Zu den fast vergessenen Episoden des Krisen- und Reformjahres 1956 in Osteuropa gehört die Studentenrevolte im westrumänischen Timișoara (dt.: Temeswar). Während in der Geschichtsschreibung über die Umbrüche dieses Jahres Polen und vor allem der ungarische Aufstand im Mittelpunkt stehen, formierte sich auch in Rumänien eine Bewegung, die tiefgreifende politische und gesellschaftliche Veränderungen anstrebte. Ihr historischer Kontext war die nach Stalins Tod im März 1953 einsetzende »Tauwetterperiode« in der Sowjetunion. Die Signale vorsichtiger Liberalisierung aus Moskau lösten im sowjetischen Machtbereich eine Welle von Unruhen und Reformbestrebungen aus – zunächst 1953 in der Tschechoslowakei und der DDR, dann in Polen, wo es 1956 zu einem weitreichenden politischen Kurswechsel kam.