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Nach Magdeburg ist vor Berlin

Im September wählt Sachsen-Anhalt zwischen einer AfD-Alleinregierung und einer Anti-AfD-Allparteienkoalition ohne Vision. Der Wahlausgang könnte auch die Bundespolitik umsortieren.

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Nach Magdeburg ist vor Berlin
»Das wahrscheinlichste Ergebnis einer Zusammenarbeit von CDU und AfD auf Länderebene wäre ein Auseinanderbrechen der Union.« Illustration: Zane Zlemeša

Die regelmäßig veröffentlichten Umfragen zu den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt im September erscheinen wie Vorboten einer unaufhaltsamen Naturkatastrophe. Wie auf Pegelstände vor einer drohenden Flut starrt die deutsche Öffentlichkeit auf die Zahlen. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik könnte eine offen rechtsradikale Partei ein Bundesland regieren, und das sogar allein, mit absoluter Mehrheit.

Wer jedoch nur auf die Pegelstände schaut, übersieht, was die Flut eigentlich mitreißt. In der politischen Debatte geht es nur noch um eine einzige Frage: Schafft die AfD die absolute Mehrheit, oder scheitert sie knapp daran? Alle anderen Parteien werden reflexartig zusammengezählt; was übrig bleibt, ist eine einfache Gleichung, die mit substanzieller Analyse der politischen Situation wenig zu tun hat. Sie lautet: für oder gegen die AfD. Das ist die Konfliktachse, die der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt produziert hat. Nur profitiert von dieser Achse einzig und allein die AfD.