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»Taktisch Wählen« ist keine wirksame Politik gegen die AfD

Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt wirbt die Berliner Kampagne »Taktisch Wählen« für SPD und Grüne, um eine AfD-Mehrheit zu verhindern. Doch das Tool ersetzt politische Überzeugung durch Klicks und ignoriert, warum die AfD im Osten überhaupt so stark ist.

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»Taktisch Wählen« ist keine wirksame Politik gegen die AfD
Den Erfolg der AfD wird »Taktisch wählen« nicht aufhalten. Bild: IMAGO / Christian Schroedter

Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September hat die Kampagne »Taktisch Wählen« eine vertraute Blaupause aus der Schublade geholt: taktisches Wählen. Konkret heißt das diesmal: Wählt SPD oder Grüne, auch wenn ihr das eigentlich nicht wollt, weil nur so eine absolute Mehrheit der AfD verhindert wird. Die von The Goodforces  aus einem Büro in Berlin Prenzlauer Berg initiierte Kampagne kennt wie fast jede linksliberale Kampagne der letzten Monate nur einen Programmpunkt: die AfD verhindern. Innerhalb einer Woche haben nach Angaben der Kampagne bereits über 100.000 Menschen das Tool zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt genutzt. Das ist angesichts von lediglich circa 1,8 Millionen Wahlberechtigten im Land beachtlich. Luise Band, Sprecherin der Kampagne, sagt dazu: »Das zeigt, wie groß der Wille ist, das Parlament gemeinsam zu schützen.«

Doch worum geht es konkret? Der Kern des Tools besteht aus einer Oberfläche, in der man seine Postleitzahl eingibt und dann ausgespuckt bekommt, welche Partei man wählen soll. Bei der Zweitstimme ist die Antwort immer SPD oder Grüne. Demokratie leicht gemacht quasi. Wozu auch Programme lesen oder seine eigene ökonomische Lage analysieren, wenn man  doch so einfach das moralisch Richtige machen kann? Doch einfach ist daran vor allem eins: die Verkürzung eines komplexen Problems auf ein paar Klicks.