Zum Inhalt springen

Warum die AfD plötzlich ihre Liebe zur DDR entdeckt

Bei den vergangenen Landtagswahlen setzte die AfD verstärkt auf ostdeutsche Identität. Hinter diesem Kulturkampf verbirgt sich ein größerer Umbruch: das Ende der politischen Selbstverständlichkeiten der alten Bundesrepublik.

Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:
Warum die AfD plötzlich ihre Liebe zur DDR entdeckt
Björn Höcke fährt auf einer AfD-Wahlkampfveranstaltung mit einer DDR-Simson durchs thüringische Wutha-Farnroda – persönlich dürfte er dabei keine Ostalgie verspüren. Er wuchs in Rheinland-Pfalz auf. Bild: Funke Foto Services

Schon im Vorfeld hatten die Wahlkämpfe der AfD im Osten die Nerven des politischen und journalistischen Establishments in Deutschland spürbar strapaziert – allerdings weniger durch ihre rechtsradikalen Positionen als durch ihr ästhetisches Gebaren. In jüngerer Zeit setzt die Partei im großen Stil auf ostdeutsche Nostalgie – Simson-Ausfahrten, blaue Wahlkampftrabis, Ostprodukte. Auf den Tanks und Sitzbänken der Kultzweiräder fanden sich Abbildungen von Reichskriegsflaggen zwischen DDR-Wappen und »Alice für Deutschland«-Aufklebern. Schon hier wird ersichtlich, wie ambivalent das Verhältnis der AfD zum Osten und insbesondere zur DDR tatsächlich ist.