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Bernie Sanders ist nicht mehr allein

Als Bernie Sanders 2016 ins Rennen um das Weiße Haus ging, galt eine sozialistische Agenda im US-Mainstream als chancenlos. Doch ein Jahrzehnt nach seiner ersten Kandidatur führt eine wachsende sozialistische Bewegung seine Mission fort.

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Bernie Sanders ist nicht mehr allein
Bernie Sanders' zwei Präsidentschaftskampagnen entfachten einen Enthusiasmus, der in der US-Politik sonst selten ist. Bild: IMAGO / UPI Photo

Für diejenigen in den USA, die politisch auch nur ansatzweise nach links tendieren, gibt es zwei Epochen: die Zeit vor Bernie Sanders’ Präsidentschaftskandidatur und die Zeit danach. Die politische Landschaft der USA vor der ersten Wahlkampagne wirkt heute wie ein anderes Universum. Es gab praktisch keine Sozialistinnen und Sozialisten in politischen Ämtern – oder zumindest keine, die sich offen dazu bekannten. Die Democratic Socialists of America (DSA) waren eine weitgehend unbekannte Organisation mit etwas mehr als 6.000 Mitgliedern in 26 Ortsverbänden. Die wohl prominenteste linke Persönlichkeit war ein mürrischer Linguist, der so gut wie nie in den Mainstream-Medien auftauchte: Noam Chomsky. Nur 59 Prozent der Demokraten und weniger als die Hälfte der Wechselwählerinnen und -wähler zeigten sich bereit, für einen sozialistischen Kandidaten zu stimmen. Die große Hoffnung der Progressiven war eine Politikerin, die sich konsequent gegen eine einheitliche Krankenversicherung aussprach und mit einem Wahlprogramm antrat, dessen radikalsten Forderungen eine strengere Regulierung und mehr öffentliche Investitionen in wichtige Industriezweige waren.