Wenn Kinderbetreuung als private statt als gesellschaftliche Aufgabe behandelt wird, sind Krisen vorprogrammiert: Während Eltern und Erziehern immer mehr Arbeit abverlangt wird, brechen ihnen zugleich die institutionellen Stützen weg.
KI-Konzerne nutzen ihre globale Mobilität als Waffe gegen Arbeitsrechte: Kürzlich feuerte Meta über 1.000 Kenianer, nachdem sie sich organisiert hatten. Gegen solches Vorgehen hilft nur koordinierter Widerstand.
Der vorherrschende Finanzjournalismus widmet sich fast ausschließlich den Geldfragen der Reichen. Dass die Geldsorgen der Mehrheit nur am Rande vorkommen, ist kein Zufall, sondern hat System.
Die Mitgliederzahl der äthiopischen Gewerkschaften hat sich über die vergangenen zehn Jahre mehr als verdoppelt. Äthiopien und auch andere afrikanische Länder zeigen, dass die Gewerkschaftsbewegung global alles andere als im Niedergang begriffen ist.
Jakow Kronrod legte in den 1960er Jahren
Ideen für eine Reform der sowjetischen Wirtschaft vor. Doch seine
Vision eines demokratischen Wirtschaftssystems war der Führung in
Moskau zu radikal, denn sie hätte ihre Autorität infrage gestellt.
Die Arbeitszeitreform der Regierung dient in Wirklichkeit nicht dem Wirtschaftswachstum. Der Angriff auf den Achtstundentag hat zum Zweck, die Verfügungsmacht der Unternehmen über ihre Beschäftigten zu erhöhen.
Krieg hat fatale Folgen für die mentale Gesundheit. Dennoch schweigen die psychiatrischen und psychologischen Berufsverbände zu Wehrpflicht und Aufrüstung. Es ist nicht das erste Mal, dass sie sich militärischen Zwecken unterordnen.
Der Westen sieht im Wahlsieg von Rumen Radew in Bulgarien einen Triumph für Moskau. Doch das stimmt genauso wenig, wie seine Partei Progressives Bulgarien progressiv ist. In Wirklichkeit verspricht er weder geo- noch wirtschaftspolitischen Wandel.
Die UN hat den transatlantischen Sklavenhandel zum schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklärt. Das sei ein wichtiger Schritt, sagt der Reparationen-Vorkämpfer Kwesi Pratt Jr., aber Gerechtigkeit hieße mehr: eine Neuordnung der Welt.
Der libanesische Marxist Mahdi Amel wurde heute vor 39 Jahren ermordet. Seine Theorie des Kolonialismus als eigenständige Produktionsweise hat verändert, wie wir Klassenkampf und nationale Befreiung verstehen.
Von Labubu über KPop Demon Hunters bis hin zu niedlichen Handy-Games: Einst an Kinder gerichtete Angebote erreichen immer mehr Erwachsene. Besonders Disney hat eine Maschinerie aufgebaut, die Nostalgie systematisch in Profit verwandelt.
Niemand sollte erwarten, dass die Gewerkschaften Friedrich Merz zujubeln, wenn er Angriffe auf ihre Errungenschaften als wirtschaftliche Vernunft verkauft. Man muss den Kakao, durch den man gezogen wird, schließlich nicht auch noch trinken.