Liberalismus mit Haken
Faschismus und Liberalismus gelten als absolute Gegensätze. Doch die Laufbahnen ordoliberaler Ökonomen im Nationalsozialismus zeichnen ein anderes Bild.
Texte, um die großen theoretischen Fragen unserer Ideengeschichte und Gegenwart zu verstehen.
Faschismus und Liberalismus gelten als absolute Gegensätze. Doch die Laufbahnen ordoliberaler Ökonomen im Nationalsozialismus zeichnen ein anderes Bild.
Während die US-Hegemonie wankt und eine neue Weltordnung entsteht, argumentiert der marxistische Ökonom Richard Wolff, dass der Kapitalismus in eine neue Ära historischer Umbrüche eintritt – und eine sozialistische Alternative dadurch wieder sichtbar wird.
Frank Deppe hat als einer der Hauptvertreter der marxistischen Marburger Schule in den 1980ern zu Machiavelli geforscht. Im Interview spricht er darüber, was es über unsere Zeit aussagt, dass der »Lehrer des Bösen« wieder vermehrt gelesen wird.
CDU und CSU übernehmen Positionen der AfD. Aber das gehört leider zum Standardrepertoire konservativer Parteien. Diese Entwicklung unter »Faschisierung« zu fassen, überstrapaziert den Begriff und erschwert die Analyse der Gegenwart.
Das aktuelle Chaos in der Welt lässt sich nicht verstehen ohne den Aufstieg einer global vernetzten Rechten, findet Lea Ypi. Im Interview spricht sie darüber, was die Linke tun muss, um ebenfalls wieder zu einer internationalen Kraft zu werden.
Jakow Kronrod legte in den 1960er Jahren Ideen für eine Reform der sowjetischen Wirtschaft vor. Doch seine Vision eines demokratischen Wirtschaftssystems war der Führung in Moskau zu radikal, denn sie hätte ihre Autorität infrage gestellt.
Der Postliberalismus ist im deutschen Mainstream angekommen. An der politischen Orientierungslosigkeit wird das aber nichts ändern. Denn selbst postliberale Vordenker wissen noch nicht so recht, was nach dem Liberalismus kommen soll.
Die Forderung nach einer Übergewinnsteuer trifft bei den meisten Ökonomen auf Unverständnis. Das hat nicht nur politische, sondern auch theoretische Gründe – denn der Begriff des Profits wurde systematisch verunklart.
Moderne Konservative wie Carsten Linnemann stellen sich als ideologiefrei dar. Doch ihr pseudo-pragmatisches Gerede entlarvt sie als Ideologen der Alternativlosigkeit.
Perry Andersons klassische Schrift »Über den westlichen Marxismus« wird in Deutschland kaum gelesen. Dabei wäre sie ein Schlüsselwerk, um die Akademisierung der Linken zu verstehen und wieder von ihr loszukommen.
Der Meidner-Plan ist bekannt als das schwedische Konzept für den Übergang zum Sozialismus. Weniger bekannt ist: Rudolf Meidner kam aus Deutschland, hatte den Aufstieg der Nazis miterlebt und wollte mit seiner Arbeit auch dem Faschismus den Boden entziehen.
Deutschland soll kriegstüchtig werden – vorgeblich, um die Demokratie zu retten. Doch wie die Geschichte kriegseuphorischer deutscher Intellektueller während des Ersten Weltkriegs zeigt, bereitet das militaristische Denken im Gegenteil gerade dem Faschismus den Boden.