Die Berliner Landtagswahlen liegen nur wenige Wochen vor uns, und die Linkspartei führt die Umfragen zum ersten Mal in ihrer Geschichte an. Der Vorsprung mag klein sein, aber er ist konstant und geht tendenziell nach oben. Auch der Wahlkampf der Partei ist aktivierender, angriffslustiger, und vor allem viel präsenter als der der Konkurrenz – in ihren Hochburgen wie Neukölln oder Kreuzberg könnte man fast den Eindruck bekommen, Berlin ist bereits eine linksgeführte Stadt.
Mit einem solchen Momentum im Rücken würde man eigentlich denken, dass innerer Frieden in der Partei herrscht. Schließlich schweißt nichts so zusammen wie Erfolg. Von geschlossenen Reihen kann aber nicht die Rede sein. Seit Sonntag zerstreitet sich die Partei mal wieder – und zwar nicht darüber, was sie in der Regierung als Erstes umsetzen oder wie konfrontativ sie mit potenziellen Koalitionspartnern umgehen soll, sondern über eine Veranstaltung in der vorhin erwähnten Hochburg Neukölln, die unter dem Slogan »Wütend auf den Kapitalismus« stand. Der linksradikale Rapper Dahabflex soll dort propalästinensische Slogans wie »Yallah Yallah, Intifada!« und angeblich auch »Death to the IDF« von der Bühne gerufen haben.