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»Unsere Arbeit sollte genauso respektiert werden wie jeder andere Beruf auch«

Seit Jahrzehnten drückt das Outsourcing öffentlicher Dienstleistungen die Löhne und verschärft die Arbeitsbelastung. Zwei Reinigungskräfte berichten von ihrem Arbeitsalltag und davon, wie sie gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.

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»Unsere Arbeit sollte genauso respektiert werden wie jeder andere Beruf auch«
Reinigungsarbeit wird oft als gering qualifiziert bezeichnet, auch weil sie in der Regel von Frauen zu niedrigen Löhnen verrichtet wird. Das muss sich ändern. Bild: Fotostand

Seit Ende der 1970er Jahre hat die Outsourcing-Revolution des Neoliberalismus das Leben von Millionen von Niedriglohnbeschäftigten im Dienstleistungssektor, wie zum Beispiel Reinigungskräften, fundamental verändert. Waren sie früher bei Kommunen, nationalen Regierungen oder anderen öffentlichen Behörden angestellt, um Schulen, Krankenhäuser oder Flughäfen zu reinigen, so arbeiteten sie nun für private Unternehmen, die auf wettbewerbsorientierten Beschaffungsmärkten unter Vertrag genommen wurden.

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Diese Beschäftigten sind mit Arbeitsplatzunsicherheit, steigender Arbeitsbelastung, kräftezehrender Schichtarbeit und zunehmender Isolation am Arbeitsplatz konfrontiert. Da die Beschaffungsmärkte darauf ausgelegt waren, die Preise zu drücken, setzten Arbeitgeber in arbeitsintensiven Branchen wie der Reinigungsbranche immer weniger Beschäftigte unter Druck, mehr Leistung zu erbringen. Dies ging oft zu Lasten ihrer Gesundheit und der Qualität der Dienstleistung selbst.

Die Europäische Union ist ein Paradebeispiel für diese Entwicklung. Heute geben öffentliche Behörden in der gesamten EU jährlich über 2,5 Billionen Euro – 15 Prozent des BIP – für Waren und Dienstleistungen aus, die von privaten Unternehmen erbracht werden. Die Regeln für die Vergabe dieser öffentlichen Aufträge haben zu einem Wettlauf nach unten um den niedrigsten Preis geführt. Nach einem jahrzehntelangen Kampf von Reinigungskräften, Sicherheitskräften, Beschäftigten in der Gastronomie und ihren Gewerkschaften ist nun jedoch eine Reform der EU-Vorschriften im Gange, die die Lebensbedingungen von Millionen von Beschäftigten tatsächlich verbessern könnte.

»Für mich ist die Arbeit im Parlament eine Ehre. Es ist nicht irgendein Ort. Hier werden Entscheidungen getroffen, hier wird abgestimmt.«

Ein neuer Podcast mit dem Titel Unsung, veröffentlicht von UNI Europa, dem europäischen Verband für Dienstleistungsbeschäftigte, beleuchtet den täglichen Kampf der Reinigungskräfte am Arbeitsplatz und den politischen Kampf für Reformen. So gibt darin Hayat Elhore, eine Reinigungskraft im Europäischen Parlament in Brüssel, einen Einblick in einen typischen Tag im Leben einer Reinigungskraft in einem Gebäude, das als Symbol der Demokratie gilt – und erzählt, wie sie ihre Kolleginnen organisiert hat, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Lisa Stenson, eine Krankenhausreinigungskraft in Irland mit über 16 Jahren Erfahrung, spricht voller Stolz davon, lebensrettende Geräte wie Inkubatoren zu reinigen, welchen Schrecken es bedeutet, der ersten COVID-Station zugewiesen zu werden, und warum Reinigungskräfte Fachkräfte sind, die eine angemessene Bezahlung verdienen.

Jacobin veröffentlicht eine gekürzte Fassung der zwei Interviews aus der ersten Folge des Podcasts.

Hayat, wie ist es, im Europäischen Parlament zu putzen, wo viele der mächtigsten Menschen Europas täglich über Menschenrechte und Demokratie diskutieren?

HE: Für mich ist die Arbeit im Parlament eine Ehre. Es ist nicht irgendein Ort. Hier werden Entscheidungen getroffen, hier wird abgestimmt. 

Ich denke, der Hauptunterschied zu anderen Standorten ist das Ausmaß der Kontrollen im Parlament. Es gibt häufige Kontrollen, manchmal sogar unangekündigte Inspektionen, und es können auch Geldstrafen verhängt werden. Das erzeugt Druck auf die Vorgesetzten, aber auch auf Beschäftigte. 

Wir sehen die Menschen, für die wir putzen – die Beamten, die Europaabgeordneten –, nicht immer, da sich unsere Schichten nicht immer überschneiden.

Was gefällt dir an deiner Arbeit?

HE: Ich liebe meinen Job, weil ich dank Tarifverhandlungen mit meiner Gewerkschaft und meinem Arbeitgeber tagsüber arbeite. Das ermöglicht es mir, meine Arbeit professionell zu erledigen, mich aber auch um mein Privatleben zu kümmern. 

»Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass Frauen, die diese Arbeit brauchen und die diese Arbeit gerne machen, sie nicht ungerechtfertigt verlieren, wenn die Arbeitsbelastung hoch ist.«

Das wurde mir sehr wichtig, als ich mit 36 meine erste Tochter bekam. Ich wollte dabei sein, während sie aufwuchs, um mich um meine Kinder, mein Zuhause und meine Familie zu kümmern. Ich kann aufwachen, meine Kinder sehen, sie zur Schule bringen, meine Arbeit erledigen, sie abholen, ihnen bei den Hausaufgaben helfen, mit ihnen zu Abend essen und ihnen eine gute Nacht wünschen. Diese Ausgewogenheit macht mich glücklich und motiviert mich, diese Arbeit weiterzumachen. 

Ich mag es auch, wenn die Leute »Hallo« sagen oder sich bedanken. Das motiviert mich.

Kannst du uns erzählen, wie ein typischer Tag für dich aussieht?

HE: Ein typischer Tag beginnt damit, dass ich um 5 Uhr morgens aufwache. Ich bereite alles im Voraus vor, damit ich die Kinder wecken, früh das Haus verlassen, sie in der Kindertagesstätte abgeben und dann etwa eine Stunde zur Arbeit fahren kann. Ich stemple ein, ziehe mich um, bereite meinen Wagen vor, treffe meine Kollegen auf den Fluren, überprüfe meinen Dienstplan, bereite meine Produkte vor und beginne mit meinen Aufgaben. Manchmal gibt es unerwartete Änderungen. Jemand fehlt. Dann organisieren wir uns als Team neu. Aber im Allgemeinen arbeite ich von Montag bis Freitag und höre um 15 Uhr auf.

Waren das Arbeitspensum und der Zeitplan schon immer so?

HE: Das hat sich stark verändert. Früher hatten wir vielleicht drei Stunden Zeit für zwanzig Büros. Heute können es in drei Stunden zwei Etagen sein, vielleicht fünfzig Büros – wegen des Wettbewerbs und der niedrigen Preise. Alles wird nach Quadratmetern berechnet, nicht danach, was sich tatsächlich in jedem Raum befindet. Aber wir reinigen die Räume, die Möbel, die Toiletten, die Flächen. Wir sind keine Roboter.

Wie wirkt sich das auf deinen Alltag aus?

HE: Ich würde sagen, das Schwierigste ist die Erschöpfung – das Treppensteigen mit all dem Material und die sich wiederholenden Bewegungen. Das führt zu starken Rücken- und Armschmerzen. Es ist sehr körperlich anstrengend. An manchen Tagen gibt es viel zu tun, und es muss schnell erledigt werden. Am Ende der Woche spürt man das dann richtig.

Und wie wirkt sich dieses Tempo auf dein psychisches Wohlbefinden aus? 

HE: Viele Menschen sind sich nicht bewusst, wie viel Zeit und Arbeit es kostet, bis alles sauber ist. Wenn wir gebeten werden, etwas zusätzlich zu reinigen, kann das viel länger dauern, als die Leute denken. Zum Beispiel dauert es nicht nur zehn Minuten, Kleber von einer Wand zu entfernen. Es dauert viel länger. Aber wir haben ja auch noch unsere normalen Aufgaben, die auf uns warten. 

»Der Job ist körperlich ziemlich anstrengend. Wenn man eine 12-Stunden-Schicht macht, ist man ständig in Bewegung.«

Ich glaube, die Leute gehen manchmal davon aus, dass jede Anfrage sofort erledigt werden kann, nur weil wir vor Ort sind. Wenn Kunden das Ergebnis sehen und sich bei uns bedanken, macht uns das stolz. Wenn der Arbeitgeber oder Kunde zufrieden ist, dann sind wir es auch. Wir sehen unsere Arbeit als absolut notwendig in der Gesellschaft an. Sie sollte genauso sichtbar und respektiert werden wie jeder andere Beruf auch.

Du hast erwähnt, dass du ungerechte Situationen am Arbeitsplatz beobachtet hast. Wie kam es dazu, dass du dich in der Gewerkschaft engagiert hast?

HE: Ich begann mich dafür zu interessieren, gewerkschaftliche Vertrauensperson zu werden, weil es anfangs nicht viele junge Frauen in dieser Rolle gab. Ich traf nach und nach Frauen, die sich nicht trauten, das Wort zu ergreifen. Ich sah Dinge, die nicht in Ordnung waren. Ich sah Ungerechtigkeiten. Viele Frauen, insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund, konnten sich auf Französisch nicht ohne Weiteres ausdrücken oder die Probleme erklären, mit denen sie zu kämpfen hatten. Ich wollte für sie eintreten, ihnen helfen, sich auszudrücken, sie verteidigen und ihnen das Leben erleichtern. 

Eine meiner Aufgaben in dieser Funktion ist es, mich für Tagesarbeit einzusetzen, insbesondere für Frauen mit Kindern. Ich habe mich auch für Beschäftigte eingesetzt, die Verwarnungen erhielten, die ihnen den Arbeitsplatz hätten kosten können. Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass Frauen, die diese Arbeit brauchen und die diese Arbeit gerne machen, sie nicht ungerechtfertigt verlieren, wenn die Arbeitsbelastung hoch ist. Arbeitgeber sollten zuerst auf das Wohlbefinden und auf Lösungen achten, bevor sie Verwarnungen aussprechen. Die Arbeit ist sehr manuell, sehr körperlich anstrengend, und oft bleibt nicht genug Zeit, um alles ordentlich zu erledigen.

Deine gewerkschaftliche Arbeit hat schließlich dazu beigetragen, eine Dynamik für einen breiteren Kampf aufzubauen. Im Oktober 2024 hast du gemeinsam mit Tausenden anderen Reinigungskräften aus ganz Europa vor dem Europäischen Parlament protestiert. Was war der Auslöser für diese Aktion und was wolltest du damit bewirken?

HE: Eine unserer wichtigsten Forderungen war, nicht bis zum 67. Lebensjahr arbeiten zu müssen – aus gesundheitlichen Gründen und wegen der körperlichen Beanspruchung durch den Beruf. Viele Menschen können diese Arbeit bis zu diesem Alter einfach nicht ausüben. Viele sind wegen Rücken-, Handgelenk- oder Knieproblemen langfristig krankgeschrieben. Viele Frauen haben in Teilzeit gearbeitet oder berufliche Unterbrechungen gehabt, sodass sie keine volle Rente erhalten würden. 

Wir haben auch gegen unlauteren Wettbewerb und Niedrigpreise protestiert, denn wenn ein Vertrag ausläuft, kommt oft ein anderes Unternehmen mit einem niedrigeren Preis ins Spiel. Nach sechs Monaten kann es zu Umstrukturierungen kommen und die Beschäftigten wissen nicht, ob sie die gleichen Arbeitszeiten behalten oder ob sie bei gleicher Arbeitszeit deutlich mehr Arbeit bewältigen müssen. Außerdem gibt es zu viel Subunternehmertum, manchmal schwarz, und manche Arbeitgeber missbrauchen das.

Lisa, kannst du uns mal erklären, wie die Reinigungsarbeit als qualifizierter Beruf aussieht? Welche Art von Ausbildung du absolvieren musstest und wie oft du diese Auffrischen und deine Fähigkeiten aktualisieren musst.

LS: In den letzten Jahren hat unser Krankenhaus das gesamte Reinigungspersonal zu einem vierwöchigen Kurs über gesundheitsbezogene Reinigungstechniken geschickt. Es handelt sich um ein Zertifikat der Stufe 5, sodass wir plötzlich eine Hochschulausbildung haben: Wir mussten eine Hausaufgabe, eine praktische Prüfung und am Ende eine schriftliche Prüfung absolvieren. 

»Bei uns am Arbeitsplatz sagen wir immer: Die Leute bemerken erst, was eine Reinigungskraft tut, wenn sie es nicht tut.«

Für mich gilt: Wenn man eine Hochschule besuchen muss, um einen Beruf auszuüben, ist man eine Fachkraft. Die Reinigungsarbeit ist heute ein ganz anderer Beruf als noch vor zehn Jahren. Man sieht sogar, dass sich die demografische Zusammensetzung verändert hat. Sehr, sehr lange Zeit wurde der Beruf überwiegend von Frauen ausgeübt. Aber mittlerweile gibt es viel mehr junge Männer, die sich ihr Studium selbst finanzieren und am Wochenende ins Krankenhaus kommen, um bei uns zu arbeiten. Es ist heute etwas ganz anderes, als Reinigungskraft zu arbeiten.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus? 

LS: Sobald ich morgens meinen Bereich betrete, schaue ich mir die Liste vom Vortag an, da ich am Tag zuvor vielleicht nicht da war. Ich überprüfe also, was meine Kollegin möglicherweise erledigt hat und ob es etwas gibt, das sie noch nicht abgehakt hat. Das mache ich gleich als Erstes am Morgen zu meiner Priorität. So wird das noch innerhalb des 24-Stunden-Zeitraums erledigt. Als Erstes gehe ich also herum und leere die Mülleimer, denn die füllen sich in einem Krankenhaus ziemlich schnell. Dann schaue ich nach, ob ich Bettwäsche oder Ähnliches brauche. Denn das gehört zu meinem Aufgabenbereich. Der schließt auch die medizinischen Geräte ein. Nicht alle Reinigungskräfte an meinem Arbeitsplatz reinigen Geräte, aber in diesem speziellen Bereich mache ich das, weil man versucht, den Personenverkehr zu minimieren.

Darüber hinaus wische ich die Böden, wische Staub ab. Und wenn ich mit der Reinigung fertig bin, fülle ich alles auf, was benötigt wird – Milch, Schnuller oder Ähnliches. Und damit bin ich dann ungefähr bei der Frühstückszeit angelangt. Wenn man dann zurückgeht, muss man vielleicht noch ein paar Inkubatoren reinigen, aber man könnte auch im Geräteraum Staub wischen und dann an allen Geräten die »Gebrauchsfertig«-Aufkleber anbringen. Damit ist man dann vielleicht schon bei der Mittagszeit angelangt. Dann geht man zurück und betritt die Hauptstation und reinigt dort alles. Also alle Inkubatoren, die Kabelkanäle, die Blutdruckmessgeräte, die EKG-Geräte, das Beatmungsgerät – all diese Dinge müssen täglich gereinigt werden. Das erledigst du also, und dann ist es schon Zeit für die Teepause. Und wenn du dann abends wieder zurückkommst, machst du deine Reinigungsarbeiten erneut. 

Erzähl uns von dem Druck, unter dem du und deine Kolleginnen stehen.

LS: Der Job ist körperlich ziemlich anstrengend. Wenn man eine 12-Stunden-Schicht macht, ist man ständig in Bewegung. Wir müssen uns einem Audit unterziehen. Und wenn wir bei einem Audit weniger als 90 Prozent erreichen, ist dein Bereich durchgefallen. Die Standards sind also extrem hoch. Und manchmal kann dieser Druck einfach ein bisschen zu viel sein.

Was würdest du dir wünschen, dass die Patienten, die Besucher, das Pflegepersonal, die Ärzte oder auch die Öffentlichkeit über die Reinigung und deine tägliche Arbeit verstehen?

LS: Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir sehr unterschätzt werden, dass unsere Arbeit nicht voll und ganz gewürdigt wird. Bei uns am Arbeitsplatz sagen wir immer: Die Leute bemerken erst, was eine Reinigungskraft tut, wenn sie es nicht tut. Seit der Corona-Zeit gab es eine erneute Anerkennung für das, was wir geleistet haben, für die Arbeit, die wir erledigt haben.

»Wenn wir keine Gewerkschaft hätten, hätten wir viel weniger. Wenn wir sprechen, hört uns die Gewerkschaft zu und hilft uns.«

Und es gab viel Dank von der Krankenhausleitung und von unserer eigenen Führungsebene. Sie haben uns wirklich wertgeschätzt und das hat uns allen ein besseres Gefühl gegeben. Aber das ist wieder verschwunden. Wir bekommen derzeit keine echte Anerkennung für die Arbeit, die wir leisten, obwohl wir zu Schulungen geschickt werden, um zu lernen, wie man sie richtig macht. Wir investieren also viel in unsere Arbeit, erhalten dafür aber kaum Anerkennung.

Hattest du ein Mitspracherecht bei der Zuweisung zur Arbeit auf der COVID-Station und hatte das Auswirkungen auf deine Gesundheit?

LS: Ich hätte Nein sagen können. Das stand mir voll und ganz zu, aber ich habe mit meinem Vorgesetzten gesprochen. Und irgendjemand muss es ja machen. Wenn man vorangeht, werden andere folgen. Also sagte ich: Okay, ich mache es. Es war furchtbar. Ich habe etwa zwei Wochen lang die Tagesreinigung auf der COVID-Station übernommen. Und dann wollten sie eine 24-Stunden-Reinigung. Also wechselte ich in die Nachtschicht. Während meiner Zeit in der Nachtschicht habe ich – vermutlich wegen all dem, was ich dort miterlebte – über 10 Kilogramm abgenommen. Ich konnte weder essen noch schlafen, was sich wirklich sehr, sehr negativ auf meine körperliche Gesundheit ausgewirkt hat. Ich habe mich während meiner Arbeit auf der Station nie mit COVID angesteckt, aber ich bekam viele andere Probleme.

Lisa, du bist auch der irischen Gewerkschaft SIPTU beigetreten. Was bedeutet das gewerkschaftliche Engagement für dich?

LS: Ich bin SIPTU-Mitglied, seit ich angefangen habe, im Krankenhaus zu arbeiten. Sobald man durch die Tür kam, hieß es: »Tritt der Gewerkschaft bei.« Also sind alle der Gewerkschaft beigetreten. Die SIPTU hat schon immer Kampagnen und Arbeitsausschüsse organisiert, um sicherzustellen, dass Menschen, die in Vertragsdienstleistungen arbeiten – nicht nur in der Reinigung, sondern auch in der Verpflegung und im Sicherheitsdienst –, die bestmöglichen Rechte, Sozialleistungen und Arbeitsbedingungen erhalten, für die sie kämpfen können. Und jedes Jahr gibt es im Sicherheits- und Reinigungsbereich eine paritätische Arbeitskommission und wir erhalten eine Lohnerhöhung, um die Belastung durch die steigenden Lebenshaltungskosten etwas zu mildern. Und ich glaube wirklich, wenn wir keine Gewerkschaft hätten, hätten wir viel weniger. Wenn wir sprechen, hört uns die Gewerkschaft zu und hilft uns.

Eine letzte Frage an Hayat: Welchen Rat würdest du anderen geben, die versuchen, sich gewerkschaftlich zu organisieren?

HE: Mein Rat lautet: Informiert euch, kennt eure Rechte und habt keine Angst. Es gibt Vertrauensleute, es gibt Gewerkschaften. Und es ist wichtig, Mitglied zu sein. Wendet euch an die Vertrauensleute, auch wenn diese nicht direkt auf euch zukommen. Hört ihnen zu, unterstützt sie und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.


Übersetzung von Daniel Kopp.

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